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Fidget Spinner – mitspielen, verbieten oder ihr Potenzial nutzen?

Was haben denn Fidget Spinner mit Pädagogik zu tun? Und warum muss man denn dazu nun auch noch einen Blogartikel schreiben? Gibt es etwa einen zusätzlichen Nutzen neben der Spielidee, die hinter Fidget Spinnern steckt? Meine Antworten dazu erfahrt ihr hier in meinem neuen Beitrag.

Einige von euch sind jetzt vielleicht genervt und denken sich „Mensch, schon wieder so ein Hype! Muss ich das denn auch wieder mitmachen?“ Meine Antwort lautet klar und deutlich: Nein, musst du nicht! Aber wenn du dich kritisch konstruktiv mit dem Thema Fidget Spinner auseinander setzt und wenn du sowohl das mögliche Potenzial beleuchtest als auch über eventuelle Gefahren oder Risiken nachdenkst, dann kannst du für dich selbst gut abwägen, was es für dich und vor allem für deine Kinder bringt (oder auch nicht). Also: Du hast immer die Wahl! Und du kannst es selbst entscheiden.

Also sind wir schon genau bei der ersten Frage angekommen: Was haben Fidget Spinner mit Pädagogik zu tun?

  1. Auf den ersten Blick nicht viel. Aber schon dann, wenn du über die Wortbedeutung nachdenkst, kommen wir der Sache möglicherweise bereits näher: „fidget“ bedeutet zappeln oder nervös sein. Und „to spin“ bedeutet drehen, wirbeln, trudeln. Man könnte Fidget Spinner mit Handkreisel übersetzen. Im digitalen Netz kann man dazu lesen, dass sie ursprünglich zu therapeutischen Behandlungen bei Nervosität und Aufmerksamkeitsstörungen eingesetzt werden sollten. Hierzu gibt es jedoch wohl keine seriösen Untersuchungen, die das belegen. Also schauen wir weiter.
  2. Innerhalb sozialer Netzwerke wird ziemlich heftig diskutiert, ob die Handkreisel nun in Bildungseinrichtungen (vor allem in Kitas und Schulen) verboten oder ihr Gebrauch eingeschränkt werden sollte. Allein diese Frage ist pädagogischer Natur. Auch das Nachdenken darüber, wie sinnvoll oder sinnlos diese „Dinger“ im Kontext von Schule und co. sind, ist pädagogisch.
  3. Ein Fidget Spinner ist und bleibt ein Ding zum Spielen! Und die enorme Bedeutung des Spiels wird in der Pädagogik sehr stark diskutiert.

Ja und weil mich vor allem die Potenziale, also die Chancen, die in den Fidget Spinnern möglicherweise stecken besonders interessieren, habe ich mir darüber weiter Gedanken gemacht. Denn eins steht fest: Die Kinder lieben Fidget Spinner und die Kinder haben Fidget Spinner. Jedenfalls viele von ihnen. Deshalb erscheint es mir sinnvoll, nicht zuerst über Verbote nachzudenken sondern darüber, wie ich die enorme Motivation für diesen Handkreisel konstruktiv nutzen kann. Denn schauen wir mal genau hin, erste auffallende Vorteile liegen doch klar auf der Hand:

  • Es ist ein analoges Spielzeug (also nichts aus der digitalen Medienwelt), was die Kinder in echten sozialen Interaktion mit anderen nutzen.
  • Durch das Drehen des Kreisels fördern die Kinder im Spiel ihre Feinmotorik. (Hast du es schon mal einhändig probiert, den Fidget Spinner in Gang zu bekommen? Viel Erfolg!)
  • Auch die Tricks, die sie sich gegenseitig damit vorführen, liegen im Bereich der Bewegung und Motorik, egal wie skurril uns manche Aktionen erscheinen.
  • Und weil es ja meist darum geht, wessen Spin am längsten dauert, fördert so ein Fidget Spinner ganz nebenbei die Ausdauer und Konzentration. (Ein Junge berichtete mir ganz stolz, dass sein Rekord bei über 5 Minuten liegt! Rekordverdächtig erscheint mir hierbei das ausdauernde und konzentrierte Zuschauen und Beobachten!)
  • Natürlich haben nicht alle Kinder so einen fertigen Fidget Spinner und sie finden es total cool, sich ihren eigenen Handkreisel zu basteln bzw. herzustellen. Deshalb gibt es natürlich bereits zahlreiche kreative Ideen im Netz zu finden, wie und womit ihr mit den Kids solche Teile bauen oder herstellen könnt. Und genau das sehe ich auch als einen großen Pluspunkt für Fidget Spinner: Selber machen! Und damit spielen!

Ja und nun wartet ihr natürlich gespannt darauf, was ich als mathematikbegeisterte Fachfrau zum mathematischen Potenzial von Fidget Spinnern zu sagen habe. Stimmts? Und wahrscheinlich auch auf Ideen, wie ihr mit euren kleineren und größeren Matheforschern die Handkreisel sinnvoll nutzen könnt. Na gut!

Welches mathematische Potenzial steckt im Forschen und Entdecken mit Fidget Spinnern?

  • Fidget Spinner leisten einen Beitrag zur Förderung des konzentrierten Vergleichens und genauen Messens von Zeitdauern.
  • Sie entwickeln bei Matheforschern Größenvorstellungen und ein Zeitgefühl.
  • Handkreisel fördern den Umgang mit Messgeräten für Zeitdauern (z.B. Sanduhr, klassische Stoppuhr, Stoppuhr im Smartphone, Analoguhr mit Sekundenzeiger)
  • Matheforscher erkennen funktionale Zusammenhänge (Drehzeit und Anschwung).
  • Sie können Daten (Zeitdauer der Spins) ermitteln und diese in Tabellen, Schaubildern und Diagrammen darstellen.
  • Wenn der Fidget Spinner als „Glücksrad“ genutzt wird, entwickelt sich ein erstes Gefühl für Zufälle und Wahrscheinlichkeiten.

Welche Materialien und Lernmittel braucht ihr?

  • verschiedenste Fidget Spinner (können die Kinder von zu Hause mitbringen oder selbst herstellen)
  • Messgeräte zum Ermitteln von Zeitdauern, z.B. klassische Stoppuhr, Analoguhr mit Sekundenzeiger, Stoppuhr im Smartphon, …
  • verschiedene Sanduhren
  • Vorlagen aus dem Material für die Kita (hier) und für die Grundschule bis Klasse 6 (hier)

Wie kann der Ablauf eines offenen und spielerischen Forscherangebotes in der Kita oder einer Forscherstunde in der Grundschule mit Fidget Spinnern gestaltet werden?

  1. Einstiegsphase
  • über individuelle Vorerfahrungen der Kinder mit Fidget Spinnern sprechen
  • Kinder können mitgebrachte Fidget Spinner und Tricks mit ihnen zeigen und damit kurz gemeinsam spielen
  • mit Grundschulkindern auch über Besonderheiten der Wortbedeutung (fidget = Unruhe/Zappelphillip; to spin = wirbeln/kreiseln => Handkreisel) und der Bauweise (Kugellager, Flügel mit Gewichten) sprechen
  1. Forscherphase
  • Fidget Spinner zum Bearbeiten von Forscherfragen nutzen (siehe unten)
  • Vergleichen von Drehzeiten der Fidget Spinner untereinander und mit der Zeitdauer von verschiedenen Sanduhren (Achtung: Startkommando geben!)
  • beim „Glücksrad-Spiel“ einen „Flügel“ des Fidget Spinners markieren; über Zufälle sprechen
  • Nutzen der Vorlagen zur Dokumentation (Hinweis: Beim „Mathematikspiel“ können kleine Bilder dazu gemalt werden, damit die Kinder, die noch nicht lesen können, das Spiel allein spielen können.)
  • mit Grundschulkindern gemeinsam erkunden, wie Durchschnittswerte berechnet werden (Achtung bei Zeitwerten ist das nicht so ganz einfach!)
  1. Präsentations- und Auswertungsphase
  • Zusammentragen aller Forscherergebnisse, Gespräch über die Entdeckungen der Kinder

Welche Forscherfragen bzw. Impulse regen die Kinder an?

  • Welcher Fidget Spinner dreht sich am längsten? Vergleicht miteinander.
  • Wie lange drehen sich eure Fidget Spinner? (Schätzt zuerst!)
  • Messt eure Spinns. Tragt die Zeitdauer der Spins in eine Tabelle und in ein Diagramm ein. Was stellt ihr fest?
  • Welche Fidget Spinner drehen sich etwa so lange wie der Sand in einer Sanduhr durchläuft?
  • Wer kann den Fidget Spinner so anschubsen, dass er sich etwa 1 Minute (30 Sekunden, …) dreht?
  • Wie kann man Fidget Spinner als „Glücksrad“ nutzen?
  • Male für jeden „Zahlentreffer“ ein Kästchen aus.
  • Erfinde ein eigenes Fidget-Spinner-Glücksrad-Spiel.
  • Wie lange drehen sich eure Fidget Spinner im Durchschnitt?

Hier seht ihr ein paar Eindrücke aus den Forscherstunden mit meinen Kindern:

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Zwei 6-jährige Jungen aus der Kita haben den Fidget Spinner als „Glücksrad“ genutzt. Sie haben den Spinner gedreht und immer ein Kästchen für die Zahl ausgemalt, auf die die Markierung gezeigt hat. Da die beiden Matheasse bereits super gern und erfolgreich rechnen können, haben sie nach 10 Spins ihre Punkte zusammengezählt. Endstand: 34 zu 44!

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Hier seht ihr ein „Glücksradspiel“ für Grundschulkinder. Auch hier gab es Punkte und wir haben über erste Erfahrungen mit Zufällen und Wahrscheinlichkeiten gesprochen. Toll fanden die Kinder, dass sie je Spielfeld unterschiedlich viele Punkte bekommen konnten.

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Viel Ausdauer hatten die Matheforscher auch beim Erfassen der Drehzeiten ihrer Fidget Spinner. Wichtig war hier, zunächst eine Drehzeit zu schätzen, dann in 10 Runden immer den gleichen Spinner und die gleiche Technik zu nutzen und dabei auch auf mögliche Fehler zu achten. Die passierten den Kindern relativ oft, wenn sie z.B. mit einem Finger angestoßen haben oder beim Anschubsen abgerutscht sind. Eine Herausforderung war am Ende das Berechnen der Durchschnittswerte. Unsere Strategie war: zunächst alle Angaben in Sekunden umzuwandeln, dann alle 10 Angaben zusammen zu addieren, durch 10 zu teilen und dieses Ergebnis wieder in Minuten und Sekunden zurück zu wandeln. Da wir zum Stoppen der Zeiten das Smartphone genutzt haben, durften die Kinder auch den Taschenrechner des Smartphones nutzen, denn es ging hier diesmal eher darum eine geeignete Strategie für die Durchschnittsberechnung zu finden, als um das korrekte Rechnen. Anschließend haben die Kids ihre Drehzeiten in ein Diagramm eingetragen und hierbei die Skala der Zeitachse selbst festgelegt. Beim nächsten Mal wollen wir ein eigenes „Fidget-Spinner-Glücksrad-Spiel“ erfinden und Rekorde beim „Spinnen“ ermitteln.

Ja und genau deshalb wollte ich diesen Blogartikel für euch schreiben, zur Inspiration, zur Reflektion und zum selbst Ausprobieren! Fröhliches Spinnen!!!

Eure Mandy Fuchs

Hier nochmal die Materiallinks:

Kitamaterial (auch für Klasse 1 geeignet)

Grundschulmaterial (Klasse 2 bis 6) 

 

 

Forschen mit Sudokus

Angeregt durch die vielen positiven Kommentare zu meinen Instagrambeiträgen über Sudokus, möchte ich dir dieses Thema heute als „Offenes mathematisches Spiel- und Lernfeld“ vorstellen. Du erinnerst dich sicher noch an die vier Blogbeiträge zu den „Offenen mathematischen Spiel- und Lernfeldern“! Wenn nicht kannst du gern noch einmal nachschauen. Die vier Beiträge standen unter folgenden Schwerpunkten:

Innerhalb von Werkstätten und Ateliers (Auch dazu kannst du den entsprechenden Blogbeitrag noch einmal hier lesen.) – oder aber auch innerhalb der offenen Arbeit in der Kita oder im offenen Unterricht in der Grundschule – haben Kinder stets vielfältige Möglichkeiten des freien Experimentierens, Forschens, Entdeckens sowie des freien Ausdrucks und Gestaltens. Daneben ist es aber ebenso wichtig, ihnen Gelegenheiten zu bieten, sich mit Themen auseinanderzusetzen, auf die sie allein eher nicht kommen würden. Diese Themen sollten jedoch didaktisch so gestaltet werden, dass sie eine gewisse Offenheit in verschiedene Richtungen zulassen.

Sudokus im herkömmlichen Sinne sind bekanntlich nicht so offen, denn hier müssen genau die Zahlen gefunden und ergänzt werden, die noch fehlen, so dass das Sudokurätsel nach den bekannten Regeln richtig gelöst ist. Und dafür gibt es nunmal nur eine richtige Lösung!

Wenn wir jedoch den Kindern keine Zahlen vorgeben, sondern sie anregen, von Beginn an selbst Zahlen nach der bekannten Sudokuregel einzutragen, dann ist ganz schnell eine Offenheit gegeben. Und das schon bei einem 4×4-Sudokufeld. Diese Offenheit kann noch mehr erweitert werden, indem die Kinder nicht nur Zahlen, sondern auch viele andere Dinge nutzen können, z.B. Farbplättchen, Legefiguren, Naturmaterialien, kleine Dinge (z.B. Büroklammern, Spielfiguren, …), Gummibären, Smarties, bunte Würfel (mit und ohne Augenzahlen), Qwirkelsteine, …., der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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Welches mathematische Potenzial steckt im Forschen und Entdecken mit Sudokus?

  • Jedes Kind hat die Möglichkeit, eigene Sudokus zu finden.
  • Es gibt unzählige verschiedene Lösungsmöglichkeiten. (Was schätzt du, wie viele es gibt?)
  • Verschiedene Vorgehensweisen beim Problemlösen sind möglich: geduldiges Probieren, systematisches Entwickeln, Erzeugen einer neuen Figur aus einer vorherigen, …
  • Verschiede Lösungsstrategien können angewendet werden (z.B. zeilen- bzw. spaltenweises Vorgehen oder zunächst alle 4 Dinge einer Sorte im Feld verteilen und dann weiter Auffüllen).
  • Die Kinder können eigene Forscherfragen zu Sudokus finden und lösen.
  • Sudokus leisten einen Beitrag zur Förderung des schlussfolgernden und logischen Denkens und zur Förderung von Problemlösekompetenzen.
  • Kleine Matheforscher können Muster und Strukturen erkennen und nutzen.
  • Forschen mit Sudokus beinhaltet die Themenfelder Raum & Form sowie den Bereich der Kombinatorik.
  • Es kann ein „Super-Sudoku“ gefunden werden, in dem die Regel auch in den beiden Diagonalen, in den vier Ecken und im inneren Viererfeld gilt.

Welche Materialien und Lernmittel brauchen kleine Matheforscher für das Forschen mit Sudokus?

  • Rätselhefte mit Sudokus und Sudoku-Spiele für Kinder (vielfach im Handel erhältlich)
  • Vorlagen mit 4 mal 4-Sudokufeldern (z.B. zu finden bei Lehrermarktplatz)
  • 16 Farbenplättchen (z.B. 4 rote, 4 gelbe, 4 blaue, 4 grüne Plättchen), 16 Farbwürfel oder 16 andere Gegenstände (z.B. 4 Kastanien, 4 kleine Zapfen, 4 Haselnüsse, 4 Eicheln), Ziffernplättchen, …

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Wie kann der Ablauf eines offenen Forscherangebotes in der Kita oder einer Forscherstunde in der Grundschule zu Sudokus gestaltet werden?

  1. Einstiegsphase:
  • über individuelle Vorerfahrungen der Kinder mit Sudokus sprechen
  • Kinder können mitgebrachte Sudoku-Rätsel und Spiele zeigen und damit evtl. gemeinsam spielen
  • Besonderheiten und Lösungsregeln beim Sudoku gemeinsam zusammentragen (Ziel beim Sudoku ist, ein 4 x 4-Feld mit Farben (oder Symbolen) so zu füllen, dass jede Farbe (oder jedes Symbol) in einer Zeile, in einer Spalte und in einem Viererfeld nur einmal vorkommt.)
  • die Struktur eines leeren 4 x 4 Sudokufeldes erkunden, dabei wesentliche Begriffe wie z.B. „Zeile“, „Spalte“ und „Viererfeld“ nutzen und deren Anzahlen bestimmen
  • sinnvoll ist, ein Sudoku (an einer Tafel o. ä.) beispielhaft mit allen Kindern zu besprechen und gemeinsam zu lösen, dafür können Farben oder Symbole verwendet werden
  • Hinweis: Im Unterschied zu Sudokus in Rätselheften sollten keine Angaben vorgegeben werden. Die Kinder stellen von Anfang an ihre eigenen Sudokus her.
  1. Forscherphase:
  • Sudokus mit vier verschiedenen Farben (oder anderen Dingen) legen und verschiedene Möglichkeiten für 4 x 4-Sudoku-Quadrate finden, dabei die Sudoku-Regel einhalten
  • für die Darstellung und das Dokumentieren gefundener Lösungen können vorbereitete Blätter genutzt werden (z.B. zu finden bei Lehrermarktplatz)
  • gefundenen Lösungen können aufgemalt werden
  • während des Forschens die Kinder zum Aufwerfen neugieriger und interessanter Fragen anregen
  • Tipp: Alternativ zu den Farben können andere Materialien (z.B. Spielfiguren, Knöpfe, Deko-Streufiguren, …) oder auch bereits Zahlen und Buchstaben oder andere Symbole verwendet werden.
  1. Präsentations- und Auswertungsphase:
  • Zusammentragen aller Forscherergebnisse
  • Gespräch über die Entdeckungen der Kinder

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Welche Fragen und Impulse eignen sich zur Begleitung der Kinder beim Forschen?

  • Wie viele Zeilen, Spalten und Viererfelder siehst du?
  • Ich sehe du verteilst erst alle 4 roten Plättchen. Das ist eine gute Strategie!
  • Wie viele verschiedene Lösungen findest du (findet ihr) zusammen?
  • Vergleicht eure Lösungen. Was fällt euch auf?
  • Wie kann man aus einem vorhandenen Sudoku ein neues Sudoku legen? Hast du dafür einen Trick?
  • Gibt es (Entdeckst du) ein besonders schönes Sudoku-Muster?

Welche weiteren möglichen Entdeckungen gibt es?

Die Idee mit den Würfeln aufgreifend ergibt eine weitere sehr anspruchsvolle Möglichkeit: Sudokus dreidimensional in die Höhe zu bauen. Hierbei können die Kinder wiederum verschiedene Lösungsstrategien anwenden. Eine sehr effektive Strategie ist z.B. die Farben geschickt zu tauschen, d.h. auf jeden grünen Würfel kommt ein gelber Würfel, auf jeden roten Würfel kommt ein blauer und umgekehrt. Diese Strategie wird in den nächsten Ebenen mit den anderen Farben so fortgesetzt. Bei diesem oben abgebildeten Sudoku ist zudem sehr schön zu verfolgen, wie sich das Muster verändert: Die „Schrägen“ mit 3 gelben, 3 grünen, 3 roten und 3 blauen Würfeln verändern ihre Lagen nach einer bestimmten Regel (In der zweiten Ebene tauschen grün und gelb sowie rot und blau. In der dritten Ebene drehen sich die „Schrägen“ im Uhrzeigersinn. In der vierten Ebene tauschen wieder gelb und grün sowie rot und blau.).

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So, ich denke das reicht mit den Ideen, sonst bleibt ja für euch und eure kleinen Matheforscher nichts mehr zum Erforschen übrig.

Na dann könnt ihr loslegen! Viel Erfolg beim Sudokuforschen wünscht euch

Mandy Fuchs

Eine Werkstatt für kleine Matheforscher?

Mathematik bedeutet für mich (wie übrigens auch für die meisten professionellen Mathematiker) das Erkennen, Nutzen und Gestalten von Mustern und Strukturen. Und mathematisches Tun hat einen besonderen spielerisch-kreativen sowie ästhetischen Charakter. Mathematik ist kein abgeschlossenes System von Definitionen, Formeln und Beweisen sondern eine sich dynamisch entwickelnde Wissenschaft, in der Problemlöseprozesse, mathematisches Tätigsein und entdeckendes Lernen eine wesentliche Rolle einnehmen. Mathematik ist also ein Spiel mit Formen, Zahlen, Figuren und Symbolen.

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Dieser ganzheitliche mathematische Blick betont ein komplexes Verständnis von Mathematik. Mathematik ist also mehr als die Beschäftigung mit Zahlen, das Zählen und das Rechnen von Aufgaben. Mathematik umfasst einerseits Inhaltsbereiche, wie Raum und Form; Zahl und Struktur; Maße, Zeit und Geld sowie Daten, Zufall und Wahrscheinlichkeiten und schließt andererseits wesentliche Prozessziele mit ein, nämlich: kreativ sein und Probleme lösen; Kommunizieren und Argumentieren; Begründen und Prüfen sowie Ordnen und Muster nutzen. Hinzu kommen mathematische Denk- und Handlungsweisen, wie z.B. das Klassifizieren und Vergleichen. Das mathematische Lernen sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule sollte genau diesem komplexen und ganzheitlichen Verständnis von Mathematik Rechnung tragen.

Was ist deshalb besser geeignet als eine Mathewerkstatt einzurichten, in der kleine Matheforscher dies alles erleben und erfahren dürfen und noch dazu mathematische Phänomene entdecken und erforschen sowie frei experimentieren können?

Eine Mathewerkstatt in der Kita?

Mathematik im Kindergarten bedeutet nicht, Kindern schon vor der Schule die Zahlen oder das Rechnen „beizubringen“. Es meint auch nicht, die sogenannten mathematischen Vorläuferfähigkeiten zu trainieren, um den Kindern ein erfolgreiches Lernen von Mathematik in der Grundschule zu ermöglichen. In der frühen mathematischen Bildung geht es vor allem um den Erwerb mathematischer Basiskompetenzen, im Sinne erster mathematischer Erfahrungen, als Fundament für jegliches Mathematiklernen. Frühe mathematische Bildung umfasst zum Beispiel Möglichkeiten zum/zur:

  • Eins-zu-eins-Zuordnung (z.B. jeder Schachtel ein Symbol zuordnen)
  • Zählen und Abzählen
  • Erkennen der Mengeninvarianz (dies meint die Unveränderbarkeit von Mengen, also egal wie 5 Dreiecke gelegt werden, es bleiben immer 5 Dreiecke)
  • Reihenfolgen bilden (gesammelte Stöcker nach verschiedenen Kriterien ordnen)
  • Simultanerfassung (ohne zählen auf einen Blick erfassen, wie viele es sind)
  • Nutzung des visuellen Gedächtnisses (sich Bilder einprägen)
  • räumlichen Orientierung (rechts, links, neben, oben, dahinter, …)
  • visuellen Differenzierung (Unterschiede in Bildern feststellen)
  • Figur-Grund-Diskriminierung (in Wimmelbildern Dinge entdecken)
  • Auge-Hand-Koordination (mit der Schere an einer Linie entlang schneiden)
  • Vergleichen, Sortieren (Klassifizieren) und Ordnen (Aufräumen von Spielsachen)
  • Anzahlen mit allen Sinnen erfassen (z.B. hören, ertasten)
  • Entdecken von Zahlen in der Umwelt (Verkehrsschilder, Hausnummern, …)
  • indirekten Rechnen (Rechengeschichten erzählen)
  • Erkennen von Mustern
  • Erfassen und Wahrnehmen von Größen (Länge, Gewicht, Zeit, Volumen, Geld, Flächeninhalt)
  • Anwenden von Zahlenwissen (verschiedene Bedeutung von Zahlen)
  • Erkennen von Teil-Ganzes-Beziehungen (vgl. Fuchs 2015, S. 29).

Und alles das kann sowohl im Spiel als auch bei der offenen Arbeit, innerhalb von Projekten oder bei offenen Lernangeboten (z.B. offene Spiel- und Lernfelder) in einer Mathewerkstatt umgesetzt werden. Aber hierzu später mehr.

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Eine Mathewerkstatt in der Grundschule?

In der Grundschule geht es in erster Linie um den Erwerb der sogenannten Kulturtechniken und hierzu zählt natürlich das Rechnen. Hinzu kommen noch andere wesentliche Inhalts- und Prozessbereiche, wie ich sie schon weiter oben angesprochen habe. Die Lehrpläne und Schulbücher sind voll mit Aufgaben dazu. Aber:

„Es ist widersinnig, Schüler die Grundfähigkeiten üben zu lassen,

die für Mathematik nötig sind, sie dann aber nicht

auf die mathematische Spielwiese zu lassen,

damit sie ihren Spaß haben können.“

(Matt Parker, 2015)

Dieses Zitat bedeutet für mich, dass Kinder, um die Welt der Mathematik wirklich „begreifen“ zu können, eine „Spielwiese“ benötigen. Und diese „Spielwiese“ kann eine Mathewerkstatt sein. Hier können kleine Matheforscher der Klassen 1 bis 4 (bzw.6) die erlernten Rechenverfahren, Schätzstrategien, Messtechniken, Zeichen- und Konstruktionskompetenzen usw. aus dem „normalen“ Unterricht anwenden und auf Alltagsprobleme übertragen. Die Werkstatt bietet ihnen zum einen eine vorbereitete Umgebung für ein freies Tun (schau doch nochmal in den Beitrag Werkstätten und Ateliers) und zum anderen von Zeit zu Zeit offene Themenfelder, aber auch hierzu später mehr.

Für beide Bereiche (Kita und Grundschule) gilt

Der Auswahl geeigneter Materialien (hierzu zählen auch Spiele und Spielmaterialien) mit einem gewissen mathematischen Potenzial und einem hohen Aufforderungscharakter zum Forschen, Entdecken und Experimentieren kommt eine besondere Bedeutung zu. Schaue hierzu doch einfach mal hier:

Zweckmäßige Materialien mit mathematischem Potenzial für eine Mathewerkstatt sind also z.B.:

  • Bausteine in verschiedenen Formen und Farben;
  • magnetische Bau- und Legematerialien;
  • gleiches Material in großer Menge, z.B. je 1000 Eisbecher, Eislöffel, kleine Holzwürfel, 1-Cent-Münzen, … (vgl. K. Lee, 2010);
  • Muggelsteine, bunte Murmeln und Perlen, PlayMais;
  • Geobretter, Tangram, Pentominos;
  • gemeinsam gesammelte Knöpfe, Wäscheklammern, Toilettenpapierrollen, Joghurtbecher, Schraubverschlüsse von Tetrapacks, Büroklammern, Kronkorken, …;
  • Legeplättchen in verschiedenen Formen und Farben (Dreiecke, Vierecke, Kreise);
  • Scheuerschwämme, Zahnstocher (oder besser noch Wattestäbchen);
  • Erbsen, Bohnen, Nudeln;
  • Verpackungsmaterialien, wie Teepackungen, Eierkartons, …;
  • Naturmaterialien (Nüsse, Kastanien, Steine, Muscheln, Zapfen, …);
  • Spielwürfel in verschiedenen Ausführungen.

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Materialien bzw. Hilfsmittel, die das mathematische Forschen und Entdecken in der Mathewerkstatt sinnvoll unterstützen, sind:

  • vielfältige Messinstrumente (Waagen, Messbecher, Maßbänder, …),
  • Zeichengeräte (Lineale, Schablonen, Zirkel, …),
  • Spiegel für Spiegelexperimente,
  • Stifte (Bleistifte, Buntstifte, …),
  • Material zur Erforschung von Zahlenräumen und zum Schätzen,
  • Taschenrechner,
  • mathematische Spiele,
  • Baumaterialien (Pappen, Schachteln, Röhren, …),
  • Nachschlagewerke und Bücher mit vielen Zahlen und Daten (Rekordebücher und Zeitschriften) sowie aus der Welt der Mathematik (Mathelexikon für Kinder).

Für Kinderbücher mit wertvollen mathematischen Inhalten habe ich dir auch bereits eine Aufstellung vorbereitet. Schau einfach hier: Kinderbücher

Du erinnerst dich an den Beitrag zu den Werkstätten und Ateliers allgemein. Hier gab es wichtige Fragen, die es vor dem Einrichten einer Werkstatt zu beantworten gilt, so auch für die Mathewerkstatt:

  • Welches Ordnungssystem ist für die Matheforscher leicht verständlich?
  • Wie kann eine geordnete, entspannte und freie Atmosphäre geschaffen werden, damit sich alle Matheforscher entfalten können?
  • Sind die Materialien so ausgewählt und präsentiert, dass sich jeder kleine Matheforscher gut zurecht findet?
  • Wie viele Kinder können gleichzeitig in der Mathewerkstatt verschiedene Dinge tun?
  • Bietet die Mathewerkstatt eine Vielfältigkeit an Material an?
  • Gibt es wenige klare Absprachen, die für alle gelten? Welche sind das?
  • Hat die Lernbegleiterin ihren Platz in der Mathewerkstatt?

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Hier nun ein paar konkrete Tipps für die Praxis:

Beim Einrichten einer Mathewerkstatt könnt ihr euch am besten an den vier grundlegenden mathematischen Inhaltsbereichen orientieren:

  • Raum und Form (alles Geometrische);
  • Zahl und Struktur (alles was mit Zahlen, Mengen und mit dem Rechnen zu tun hat);
  • Maße, Zeit und Geld (also alle relevanten Größenbereiche: Länge, Geld, Gewicht, Zeit, Rauminhalt, Flächeninhalt) sowie
  • Daten, Zufall und Wahrscheinlichkeiten.

Das heißt, wenn der Raum genügend Platz bietet, wären vier relativ getrennte Bereiche günstig. Diese Bereiche können durch offene Regalsysteme getrennt werden. Dies bietet die Möglichkeit, sich von mehreren Seiten mit Materialien zu bedienen und zeigt die Komplexität und inhaltliche Verbundenheit der mathematischen Teilthemen auf. Die einzelnen Themenbereich werde ich euch noch getrennt vorstellen.

Berücksichtigt werden sollte auch genügend Platz zum Aufbewahren von begonnenen Werken der Matheforscher, z.B. auf breiten Fensterbrettern oder in engeren Nischen mit tiefen Regalböden. So können ihre Werke mit Namenskarten versehen und beim nächsten Mal weiter bearbeitet werden. Tipp: gemeinsam mit den Kindern ein Ritual für das Aufbewahren begonnener Werke erarbeiten.

Nun noch ein letzter Hinweis für heute: Nutzt auch die Wände, Flure und Treppenbereiche für die Dokumentation und Ausstellung der Lernwege und Eigenproduktionen der kleinen Matheforscher.

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So an dieser Stelle mache ist erst einmal Schluss für heute. Demnächst geht es dann weiter mit dem Vorstellen der einzelnen Themenbereiche einer Mathewerkstatt und mit Möglichkeiten ihrer vielfältigen und flexiblen Nutzung sowohl in Kitas als auch in Grundschulen. Ihr dürft gespannt bleiben und mir gern eure Fragen über Kommentare oder das Kontaktformular zusenden.

Mandy Fuchs

PS: Alle hier genannten Materialien oder Bücher stelle ich aus eigener Überzeugung vor. Ich bekomme dafür keine Provision von einem Hersteller oder Verlag.

Werkstätten und Ateliers – kindorientierte Lernorte

Heute möchte ich euch zwei ganz besondere Lernorte vorstellen. Lernorte, die durch eine vorbereitete Umgebung gekennzeichnet sind, die vielfältige und wohl strukturierte Arbeitsmaterialien für das praktische und eigenaktive Lernen bereit halten, so dass Kinder diese frei wählen können. Lernorte also, die den Kindern Lernen durch eigene Erfahrungen ermöglichen. Gemeint sind Werkstätten (z.B. Lern-, Bau-, Natur-, Schreib-, Mathematik-, Theaterwerkstatt u.a.) sowie Ateliers. Sowohl in der Elementar- als auch Primarpädagogik haben sie längst Einzug gehalten.

„Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Werkstatt für Handwerksbetriebe benutzt, in denen mit vorhandenen Werkzeugen Reparaturen durchgeführt werden oder handwerkliche oder kunsthandwerkliche Güter produziert werden. Im Kunsthandwerk wird von einer Manufaktur gesprochen, im künstlerischen Bereich wird der Begriff des Ateliers angewandt. In Kulturbetrieben entstanden schon früh Kultur- und Theaterwerkstätten.“ (vgl. Tielemann 2015, S. 8)

Neben den bereits oben genannten Merkmalen von Räumen dieser Art, sind Werkstätten und Ateliers durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:

  • mehrere Personen machen zur gleichen Zeit unterschiedliche Dinge (z.B. stellen Sachen her, bearbeiten einen Werkstoff, reparieren Dinge, …),
  • Werkzeuge sind von guter Qualität und haben feste Aufbewahrungsorte,
  • der Umgang mit den Materialien oder Werkzeugen muss oft erst erlernt werden,
  • der eigenen Kreativität kann Ausdruck verliehen werden.

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Diese Charakteristik auf pädagogische Werkstätten und Ateliers übertragen heißt, auf der Grundlage eines modernen Kindbildes, welches Kinder als aktive Konstrukteure ihrer Welt wahrnimmt, Werkstätten so zu gestalten, dass pädagogische Fachkräfte (also ErzieherInnen und LehrerInnen) Kinder dorthin einladen, ihnen hier mit Respekt, Wertschätzung und Neugier begegnen und die momentane Situation des Kindes mit seinen Bedürfnissen wahrnehmen und darauf reagieren. Das heißt, damit Kinder in Werkstätten und Ateliers frei entdecken, forschen, gestalten und experimentieren können, müssen Lernbegleiter die Kinder in ihrem Tun beobachten, deren Gefühle wahrnehmen, ihren Spuren folgen und ein wirkliches Interesse für ihr Eigenleben zeigen (vgl. ebenda, S. 25).

„Pädagogen betreten pädagogisches Neuland, wenn sie in einer Werkstatt arbeiten. Sie organisieren nicht mehr den Tagesablauf mit Angeboten und Stuhlkreisen, in denen sie den Kindern etwas beibringen. Die Pädagogen werden zu Mentoren, Entwicklungsbegleitern, Lernpartnern und Dienern der Kinder. Sie erleben und unterstützen die Kinder in ihrer Eigenaktivität und Kreativität.“ (ebenda)

Werkstätten und Ateliers können in jeder Kita und in jeder Grundschule entstehen, denn sie müssen keine besonderen Anforderungen an den Raum an sich erfüllen, sondern werden über die Raumgestaltung und das vorhandene Material definiert.

Ich gehe (wie viele andere Didaktiker oder Erziehungswissenschaftler) davon aus, dass es die eine Definition von (Lern)Werkstatt nicht geben kann, aber grundsätzlich gilt, dass (Lern)Werkstätten Orte sind, an denen das Lernen gelernt und die Welt erobert werden kann. Kleine Forscher können hier ihre eigenen Forscherfragen entwickeln und an deren Beantwortung selbstbestimmt und ungestört arbeiten, mit „Kopf, Herz und Hand“ lernen und stets eigene Lernwege gehen.

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Vor dem Einrichten einer Werkstatt sollten folgende Fragen gestellt und gemeinsam im Lehrer- bzw. Erzieherteam beantwortet werden (Tielemann 2015, S. 12):

  • Wie können wir ein Ordnungssystem erarbeiten, das für die Kinder leicht verständlich ist?
  • Wie schaffen wir eine geordnete, entspannte und freie Atmosphäre, damit sich alle Kinder entfalten können?
  • Sind die Materialien so ausgewählt und präsentiert, dass jeder kleine Weltentdecker sein individuelles Erfolgserlebnis haben kann?
  • Wie viele Kinder können gleichzeitig in einem Werkstattraum zur selben Zeit verschiedene Dinge tun?
  • Bietet die Werkstatt eine Vielfältigkeit an Material an?
  • Gibt es wenige klare Absprachen, die einheitlich für alle Werkstätten der Kita oder Grundschule gelten?
  • Hat die Lernbegleiterin ihren Platz in der Werkstatt?

Das Einrichten einer oder mehrerer Werkstätten oder Ateliers kann nur dann funktionieren, wenn diese in das Gesamtkonzept der Einrichtung eingebunden werden und dieses somit ergänzen und mit Leben erfüllen. Vom Konzept der Einrichtung ist also abhängig, welche Art von Werkstätten gestaltet und wie sie in den Tagesablauf integriert werden. Somit ist also möglich, dass sich eine Kita oder Grundschule z.B. für die Gestaltung einer allgemeinen Lernwerkstatt entscheidet. In dieser werden verschiedene Bereiche (Forscherecke, Ton- und Knettisch, Kreativbereich, Tüftlerecke, Matheecke, Schreibecke, …) eingerichtet. Notwendig ist dann vielleicht auch, sich über bestimmte Zeiten – wann, welche und wie viele Kinder in der Lernwerkstatt arbeiten können – auszutauschen und diese festzulegen.

In anderen Kindertageseinrichtungen oder auch Grundschulen werden hingegen mehrere oder sogar alle Räume als Werkstätten eingerichtet, so dass die Kinder diese im Rahmen der Offenen Arbeit jeden Tag selbstbestimmt aufsuchen können. Dann gibt es z.B. ein Atelier (für künstlerisch gestaltende Tätigkeiten) mit eingegliederter Schreib-Werkstatt, die Holzwerkstatt, die Bauwerkstatt, die Rollenspielwerkstatt mit Möglichkeiten zum Musizieren, die Naturwerkstatt sowie eine Zahlen- und Buchstabenwerkstatt.

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Da innerhalb dieses Blogbeitrages nicht alle Möglichkeiten von Werkstätten vorgestellt werden können, soll es an dieser Stelle exemplarisch einige Ausführungen zum Atelier geben, bevor im nächsten Beitrag das Einrichten einer Mathewerkstatt vorgestellt wird.

Entsprechend den drei klassischen Gattungen der Bildenden Kunst: Malerei, Zeichnung und Bildhauerei sollte es auch im Atelier drei Bereiche geben: den „Nassbereich“ (Malen mit Wasserfarben), den Bereich zum „Trockenmalen“ (Zeichnen mit verschiedenen Stiften) und einen Bereich zum Arbeiten mit Ton. Der Nassbereich sollte über eine nahe Wasserstelle verfügen, mit Staffeleien (auch Wandstaffelei) und einem Tisch ausgestattet sein. Als günstig hat sich erwiesen, dass Kinder, die am Tisch malen, ein Malbrett verwenden, mit welchem sie ihr fertiges Blatt dann gleich in den „Malbbretter-Turm“ zum Trocknen schieben können. Wenn Platz für einen zweiten Tisch zur Verfügung ist, kann dieser als Kleistertisch genutzt werden und phasenweise darauf mit Fingermalfarben, Kleister oder Rasierschaum experimentiert werden. (Ein besonderer Tipp für diesen Bereich ist der Malort nach Arno Stern, vgl. https://www.arnostern.com/de/malort.htm ).

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Der Bereich zum Arbeiten mit Ton ist in der Regel ein Tisch, an dem die Kinder im Stehen arbeiten. Er hat eine widerstandfähige Oberfläche, von dem der Ton leicht entfernt werden kann. Für je zwei Kinder sollten in der Regel etwa 10kg Ton zur Verfügung stehen, der nach dem Arbeiten (bei fachgerechter Aufbewahrung) über viele Tage hinweg verwendet werden kann.

Der Bereich zum Zeichnen, also das Malen mit trockenen Farben, sollte so ausgestattet sein, dass die Kinder hier neben vielen verschiedenen Stiften (Buntstifte, Wachsmalstifte, Kreide, Kohlestifte, Grafitistifte, …) auch viele verschiedene Papiersorten (Packpapier, Butterbrotpapier, Haushaltsrolle, Notizblockzettel, Pappe, Servietten, Tapetenreste, …) zur Verfügung haben. Der Zeichenbereich kann gut mit dem Bastelbereich kombiniert werden, jedoch sind hier zwei verschiedene Tische angebracht, damit die Kinder, die schneiden und kleben nicht die Kinder, die zeichnen unbewusst stören. Zum Basteln können die Kinder viele verschiedene Dinge gebrauchen, die zum Teil auch von ihnen selbst gesammelt werden (z.B. Stoff- und Wollreste, Korken, Verpackungen, Schleifenbänder, Muscheln, Steinchen, …). Hier wird schnell ersichtlich, wie wichtig es ist, sich mit einem guten Ordnungs- und Aufbewahrungssystem zu beschäftigen, welches die Materialien für die Kinder einladend bereit hält.

Einige Autoren (z.B. von der Beek) empfehlen das Atelier auch mit Tischen für das Arbeiten und Experimentieren mit Sand und/oder Bohnen (Korken, Kastanien, …) und mit einem Leuchttisch (bekannt aus der Reggio-Pädagogik) oder besser noch einem Overhead-Projektor (mit ihm können wunderschöne Bilder an der Wand projiziert werden) und ggf. auch mit einer Schreibecke (Schreibwerkstatt) auszustatten.

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Zusammenfassend kann ich also nochmal betonen, dass ein Atelier in entscheidendem Maße den Weg, also den künstlerisch-kreativen Prozess als solches betont und nicht die Mal- oder Bastelergebnisse der Kinder im Vordergrund stehen. Auf eine solche Weise ergibt sich ein Blick auf die künstlerischen Aspekte der ästhetischen Bildung von Kindern wie von selbst.

„Ein Raum, der als Atelier eingerichtet ist, erfüllt einen doppelten Zweck: Er ermöglicht es den Kindern, in vielfältiger Weise selbst tätig zu werden, und erleichtert es der Erzieherin, die Kinder selbstständig arbeiten zu lassen. Wahlmöglichkeiten dürfen nicht die Ausnahme, sondern müssen selbstverständlich sein. Das heißt, die Kinder können täglich

  • Material auswählen, mit dem sie sich beschäftigen;
  • die Art und Weise des Experimentierens wählen, in der sie vorgehen;
  • entscheiden, ob sie allein, zu zweit oder zu mehreren arbeiten;
  • innerhalb bestimmter Grenzen über die Zeitdauer bestimmen.“ (von der Beek 2010, S. 196)

Von der Beek betont an einer Stelle jedoch auch: „Allerdings wäre es zu wenig, die Kinder lediglich machen zu lassen. Nur im Wechselspiel zwischen der Experimentierlust der Kinder und den Kenntnissen der Erzieherin erweitert sich das kindliche Handlungsspektrum“ (vgl. ebenda S. 198).

Dies möchte ich an dieser Stelle aus meiner Sicht als Didaktikerin ebenfalls betonen. Professionalität von Lernbegleiter ist dadurch gekennzeichnet, dass sie durch ihr Expertenwissen in bestimmten Bereichen (Kunst, Musik, Naturwissenschaften, Mathematik, …) einerseits und durch ihre generelle pädagogische Haltung andererseits, eine angemessene Mischung praktizieren, die sowohl aus Beobachtungen sowie dem Gewähren des freien Tuns der Kinder als auch aus entsprechenden Impulsen bzw. offenen Lernanregungen für die Kinder besteht und somit von einer hohen didaktischen Handlungskompetenz zeugen.

Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Beitrag, wenn du wieder dabei bist und dich von mir zum Einrichten einer Mathewerkstatt inspirieren lässt.

Bis dann also eine kreative Zeit,

Mandy Fuchs

PS: Hier die beiden Literaturquellen des Beitrages:

  • Tielemann, Marion (2015): Werkstatt(t)räume für Kitas. Verlag das netz
  • Von der Beek, Angelika (2010): Bildungsräume für Kinder von Drei bis Sechs. Verlag das netz

(Ich verwende die Bücher aus eigener Überzeugung und bekomme keine Provision vom Verlag.)

Spiele für die Mathewerkstatt

Im Moment entstehen ja gerade die Blogbeiträge zur Einrichtung einer Mathewerkstatt (sowohl in Kitas als auch in Grundschulen). Für alle, die es jedoch nicht erwarten können, möchte ich heute schon ein paar sehr geeignete Spiele bzw. Spielmaterialien vorstellen, die nicht nur jede Mathewerkstatt bereichern, sondern auch für kleine Matheforscher zu Hause total spannend sein können.

Für kleine Matheforscher in Windeln aber auch für größere bis etwa 7 Jahre empfehle ich die bunten Bären.

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Diese Bären gibt es in drei verschiedenen Größen (und Gewichten), so dass als erstes schon ein genialer Sprechanlass gegeben ist: „Das sind ja immer kleine Bärenfamilien!“ … und schon können die Kinder in Rollenspiele „abtauchen“. Aber nicht nur das! Die 80 bunten Bären (in den vier Farben rot, gelb, grün und blau) sind ideal zur Förderung von frühen mathematischen Kompetenzen geeignet:

  • immer wieder zählen,
  • sortieren nach Farben, Größen oder Familien,
  • nach bestimmten Merkmalen ordnen oder auch
  • farbige Musterreihen nach eigenen und/oder vorgegebenen Regeln können aufgebaut werden.

Sogar für Sudokus sind sie geeignet!

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Die proportional gewichteten Bärenfiguren eigenen sich auch perfekt zum Abwiegen auf einer Spielbalkenwaage. Und dabei können die größeren Matheforscher z.B. erkennen: Zwei Babybären sind genauso schwer wie eine Mamabärin und zwei Mamabären sind so schwer wie ein Papabär, also sind vier Babybären so schwer wie ein Papabär. Genial, oder?

Mein zweiter Tipp sind die bunten Kettenglieder.

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Diese empfehle ich für Matheforscher im Alter von etwa 4 bis 10 Jahren. Denn auch sie bieten eine Reihe genialer Möglichkeiten für das Erforschen mathematischer Beziehungen. Ein ausführlich erprobtes offenes Spiel- und Lernfeld zu den bunten Ketten findet ihr im Buch: „Alle Kinder sind Matheforscher“. Hier aber mal ein paar Ideen zusammengefasst:

  • Stärkung der Feinmotorik: durch das Zusammenfügen der einzelnen Kettenglieder,
  • Musterketten bilden: durch das Zusammenstecken der Kettenglieder nach ganz bestimmten Merkmalen entstehen logische Reihenfolgen, die die Kinder erkennen, beschreiben, nachbauen und selbst bauen können,
  • Messen: die Kinder können z.B. 10er- oder 20er-Ketten herstellen und mit diesen Ketten Gegenstände im Raum oder Abstände und Wege ausmessen (z.B.: Der Tisch ist drei 10er-Ketten breit.),
  • Schätzen: die Kinder werden angeregt zu schätzen, wie lang ihre Ketten sind und wie viele Kettenglieder sie gebraucht haben (Tipp: Der „Renner“ bei meinen Kindern war und ist immer wieder das Erforschen, wie lang wohl die Kette wird, wenn alle (500!!!) Kettenglieder aus der Box zusammengesteckt werden.)
  • Rechnen: Ganz automatisch und fast nebenbei beginnen die Kinder Rechenaufgaben zu ihren Ketten zu bilden. Ein Tipp für Matheforscher im 2. Schuljahr: Die Ketten eignen sich super, um die Malfolgen und ihre Zusammenhänge darzustellen. Probiert es selbst aus und stellt die 2er-Folge (immer zwei gelb – zwei blau), die 4er-Folge (immer vier gelb – vier blau) und die 8er-Folge (immer acht gelb – aucht blau) her und hängt sie nebeneinander! Nicht schlecht, oder?

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Und mein letzter Tipp für heute: BLOKUS

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Empfohlen wird das Spiel ab 7 Jahre. Mit interessierten Matheforschern kann man es sicher auch schon früher spielen. Es ist ein Strategiespiel (auch für die ganze Familie) mit unzähligen Spielkombinationen. Jeder Spieler wählt eine Farbe und muss die Steine dieser Farbe von den Ecken des Spielbretts ausgehend ablegen. Alle gleichfarbigen Steine müssen dabei eine direkte Verbindung haben. Sie dürfen sich immer nur an den Ecken berühren – nie an den Seiten. Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler alle seine Steine abgelegt hat oder kein Spieler mehr ablegen kann. Wer die wenigsten Quadrate übrig hat, hat gewonnen! Das Strategiespiel fördert neben feinmotorischen Kompetenzen das logische Kombinieren, die Konzentration, das analytische und strategisches Denken sowie das räumliche Vorstellungsvermögen. Zum Spiel gehören ein quadratisches Spielbrett mit 400 Feldern, 84 Steine (je 21 Steine in vier Farben). Jeder der 21 Steine einer Farbe hat eine andere Form. Es gibt einen Stein mit 1 Quadrat, einen Stein mit 2 Quadraten, zwei Steine mit 3 Quadraten, fünf Steine mit 4 Quadraten und zwölf Steine mit 5 Quadraten. Somit ist das Material auch super zum weiteren Matheforschen (auch mal allein) geeignet. Zum Beispiel kann man versuchen, das Spielfeld möglichst lückenlos mit den Spielsteinen auszulegen (zu parkettieren). Dabei können kleine Matheforscher auch wieder Muster und Tricks entdecken.

So das wars für heute. Wer nicht bis zum nächsten Spieletipp warten möchte, der kann schon mal hier auf meiner Webseite (Tipps für Spiele) vorbei schauen.

Bis bald, ach ja und wer auch ein tolles mathematisches Spiel(material) empfehlen möchte, kann mir diesen Tipp gern zuschicken.

Mandy Fuchs

Bücher für kleine und große Matheforscher

Heute habe ich für euch ein paar tolle Buchtipps für kleine und große Matheforscher, also Bücher, in denen es mal mehr und mal etwas weniger aber immer um mathematische Inhalte geht. Manchmal toll verpackt in einer wunderschönen Bilderbuchgeschichte und manchmal als geniales Sachbuch zum Staunen mit vielen Anregungen zum selber Matheforschen. Heute stelle ich euch zwei Bücher vor, die zum Beispiel gut in eure Mathewerkstatt (Der Blogbeitrag dazu kommt in wenigen Tagen!) passen könnten. Oder natürlich auch ins Leseregal, die Bücherkiste oder in die Leseecke eures Gruppenraumes (in der Kita), eures Klassenraumes (in der Grundschule) oder ins Kinderzimmer (zu Hause). Vielleicht ist ja auch noch ein Ostertipp dabei!?

„Agathe zählt die Sterne“ von Catherine Rayner (Übersetzung von Tatjana Kröll). Das Buch ist im Knesebeck Verlag erschienen.

Agathe

Giraffe Agathe liebt es zu zählen. Sie zählt alles, was es in der Steppe gibt. Aber als sie die Streifen des Zebras zählen will und die Punkte des Geparden, wollen die Tiere einfach nicht stillhalten. Trotzdem bringt sie ihren Freunden das Zählen bei. Und es macht so viel Spaß, dass sie gar nicht mehr aufhören wollen. Doch was zählt man, wenn es dunkel wird? Ein hinreißendes Bilderbuch zum Vorlesen und Zählenlernen voll wunderschöner Illustrationen mit toller Sternenhimmel-Ausklappseite. Es regt kleine Matheforscher an darüber nachzudenken, was man alles zählen und was man vielleicht auch nicht zählen kann. Oder es taucht die Frage auf: Wozu brauchen wir eigentlich die Zahlen und das Zählen? Das sind meines Erachtens ganz tolle Gesprächsanlässe zum gemeinsamen Philosophieren über mathematische Ideen. Empfohlen wird das Buch für 4- bis 6-jährige Matheforscher, aber ich denke gerade zum Selberlesen und zum Diskutieren ist auch gut bis 8 Jahren einsetzbar. Achja und noch ein Tipp: Das Buch gibt es auch in englischer Sprache und ist dann also auch super zum Englischlernen geeignet. Die Giraffe heit im Englischen allerdings Abigeil.

Mein zweiter Buchtipp ist ein Sachbuch: „Von null bis unendlich: Die geniale Welt der Mathematik“ von Johnny Ball (Übersetzung Birgit Reit), erschienen im Dorling Kindersley Verlag.

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Von der Vermessung der Welt bis zur Eroberung des Weltalls: Man braucht Zahlen zum Entdecken und Erforschen. Wie groß ist das Universum? Wie tief ist das Meer? Wie wird das Wetter? Alles hängt mit dem Messen bestimmter Werte zusammen. „Von null bis unendlich“ nimmt Kinder im Grundschulalter mit auf eine spannende Entdeckungsreise von der Antike über Einsteins Relativitätstheorie bis heute und zeigt, welche Bedeutung Maße und Zahlen für unseren Alltag haben. Jede Menge anschauliche Beispiele machen die abstrakte Welt der Mathematik kinderleicht verständlich. Dieses Buch wird selbst Mathemuffel begeistern! Es sollte auf jeden Fall eine Mathewerkstatt bereichern, denn die kurzen Texte mit vielen Fotos, Bildern und Informationen laden kleine und große Matheforscher zum Stöbern, Recherchieren, Staunen und Nachlesen ein. Und sogar im Mathematikunterricht kann es für die Freiarbeit oder als Ritual am Ende einer Forscherstunde eingesetzt werden: Ein Kind sucht ein Thema raus und schlägt es zum Vorlesen vor. Und wer weiß, welche interessanten Forscherfragen der Kinder sich dann daraus für die nächste Forscherstunde ergeben.

So das wars für heute. Wer nicht bis zum nächsten Buchtipp warten möchte, der kann kann schon mal hier auf meiner Webseite (Kinderbücher) vorbei schauen.

Bis bald, ach ja und wer auch einen tollen mathematischen Buchtipp hat, kann mir diesen gern zuschicken.

Mandy Fuchs

Deckelmathematik

Bist du auch stets auf der Suche nach einfachen und günstigen Materialien, die du dann mit deinen Kindern in der Kita oder Grundschule erforschen kannst? Wenn sie dann noch so genial wie Gummibären sind (Du erinnerst dich? Wenn nicht, schau noch mal hier.), weil man mit ihnen so viel und so genial Mathematik erforschen kann, dann ist es perfekt! Ich hab wieder so ein Material gefunden: Deckel von Getränkeflaschen oder Tetrapacks! Glaubst du nicht? Na was meinst du, wie viele Deckel kann man stapeln, ohne dass der Turm umfällt? Wie lang ist wohl die Strecke, wenn ihr alle gesammelten Deckel aneinander legt? Oder was schätzt du, wie viele Wassertropfen passen wohl in einen kleinen Deckel hinein?

Das sind nur einige der Fragen die sich meine kleinen Matheforscher aus der Grundschule und auch aus dem Kindergarten gestellt haben. Und auch dieses Mal bin ich wieder aufs Neue fasziniert und begeistert, was ihnen alles zur Deckelmathematik eingefallen ist. Aber nicht nur die Fragen sind spannend, sondern auch ihre eigenen Ideen zur Beantwortung. Die Kinder stellen sehr gern selbst zu Beginn Vermutungen auf. Sie hierbei zu beobachten und zum Beispiel ihre Schätzstrategien zu hinterfragen, kann so wertvoll für die weitere Forscherbegleitung und für die Entwicklung mathematischer Kompetenzen sein.

Und genau davon stecken so viele in einer Kiste gesammelter bunter Plastikdeckel. Du kannst es dir noch immer nicht so richtig vorstellen? Dann schau mal hier, das sind die Mathematischen Inhaltsbereiche:

  • Zahlen und Operationen (Deckelanzahlen schätzen, sie zählen, vergleichen und gleichmäßig verteilen, damit rechnen und Rechenmuster entdecken, …)
  • Größen und Messen (Deckelschlangen legen und messen, Gewichte von Deckeln ermitteln, …)
  • Form und Veränderung (Formen, Figuren und Muster legen und fortsetzen, Symmetrien erkennen, …)
  • Stochastik (Daten erfassen und in Strichlisten, Tabellen oder Diagrammen und Schaubildern darstellen, über Wahrscheinlichkeiten diskutieren, …).

Aber auch eine Menge mathematischer Prozessziele sowie mathematische Denk- und Handlungsweisen kannst du mit der Deckelmathematik fördern, denn sie leistet einen Beitrag

  • zur Förderung feinmotorischer Kompetenzen beim Legen der Deckel,
  • zur Sprachförderung durch Formulieren von Forscherfragen, durch gemeinsames Kommunizieren und Präsentieren,
  • zur Förderung von Kreativität und Problemlösekompetenz sowie
  • zum Erkennen und Nutzen von Mustern und Strukturen.

Und all das ist nicht nur in der Grundschule und im Kindergarten möglich, sondern auch zu Hause. Denn auch Eltern können mit ihren Kindern bunte Deckel sammeln und mathematisch erforschen.

So, ich möchte hier heute aber gar nicht so viel mehr verraten, denn ich habe alle meine gemeinsam mit vielen Kindern und Lernbegleitern erprobten Erfahrungen zur Deckelmathematik in einer Forscherkartei zusammengefasst. Diese ist ab sofort bei www.lehrermarktplatz erhältlich. Es gibt dort eine Forscherkartei für kleine Matheforscher in der Grundschule, und es gibt zudem auch Forscherkarten mit Impulsen für kleine Matheforscher und ihre Lernbegleiter im Kindergarten. Alles didaktisch und methodisch aufbereitet und trotzdem mit vielen Möglichkeiten zum freien Forschen und Experimentieren.

Das ist übrigens bereits die vierte Forscherkartei! Es gibt noch die Gummibärenmathematik, die Wattestäbchenmathematik und die Wäscheklammermathematik!!! Hier kannst du stöbern!

Es ist ganz einfach: Die 4 bzw. 5 Seiten ausdrucken, laminieren, die einzelnen Karten zuschneiden und dann kannst du auch schon gemeinsam mit deinen Matheforschern loslegen. Alles was ihr braucht, steht auf den Forscherkarten drauf. Und diese sind immer wieder verwendbar, also kein Verbrauchsmaterial. Du musst auch keine anderen Arbeitsblätter kopieren.

Und noch ein ganz wichtiger Hinweis: Wenn ihr die Deckel genug erforscht habt, dann könnt ihr sie spenden. Mehr dazu erfahrt ihr unter http://www.deckel-gegen-polio.de

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Um zwei Dinge würde ich dich sehr gern bitten:

  1. Wenn du die Forscherkarteien mit deinen Kindern ausprobiert hast, wäre es für mich sehr hilfreich, wenn du mir ein Feedback gibst (kontakt@mandyfuchs.de). Was hat super gut funktioniert und was eher nicht? Welche Hinweise hast du zur Gestaltung, zum Layout, zu den Inhalten, usw.?
  2. Wenn dir die Forscherkarteien so gut gefallen, dass du sie weiter empfehlen möchtest, dann solltest du ausschließlich auf http://www.lehrermarktplatz.de verweisen und das Urheberrecht (©Matheforscher) beachten. Nur dann darfst du auch gern Fotos bei Instagram oder Facebook mit den Ideen deiner Kinder posten! Bitte vervielfältige die Forscherkartei nicht einfach für deine Kolleginnen und Kollegen! Dies ist ausdrücklich nicht gestattet!

Also ich bin schon gespannt, wie sie dir gefällt und freue mich von dir zu hören. Viel Freude bei der Deckelmathematik!

Beste Grüße, Mandy Fuchs

Wunschräume von Kindern

Wollt ihr vielleicht gerade eure Kita neu gestalten? Habt ihr vor, ein neues Raumkonzept für euren Klassenraum zu erarbeiten? Oder aber sitzt ihr vielleicht gerade mit eurem Architekten zusammen, um einen Kitaneu- bzw. Umbau zu planen? Da habe ich einen genialen Tipp für euch: Fragt doch einfach eure Kinder! Die wissen ganz genau, was sie brauchen und was ihnen gut tut!

In einem Buch von Erziehungswissenschaftlern (Haug-Schnabel & Bensel 2012, S. 109) fand ich die Antworten einer Befragung von Kindern zwischen vier und sechs Jahren. Die Erwachsenen wollten von ihnen wissen, wie die Räume ihrer Wunschkita aussehen und ausgestattet sein sollten und welcher Raum ihnen noch fehlt. Hier könnt ihr die Antworten der Kinder lesen:

  • ein Sprechraum, also ein Raum, in dem man nur miteinander spricht und nur deswegen dort hingeht;
  • ein Raum ohne Uhr;
  • ein Raum mit nichts, um gut rennen zu können;
  • ein Raum, in den man nicht reinschauen kann;
  • ein Raum, in dem man auch mal Krach haben und sauer sein darf;
  • ein Langeweileraum, in dem niemand fragt: Weißt du nicht, was du spielen willst, hast du keine Idee? Willst du vielleicht …;
  • ein Raum nur mit Spiegeln, Verkleidungssachen und Schminksachen, in dem es keinen stört, wenn man mit Klackerschuhen herumläuft;
  • ein Raum nur mit Ton, Farben, Papier, Perlen, Kleister, Knete;
  • ein Raum, in dem man immer klettern kann, sogar richtig schwierige Klettereien;
  • ein Dunkelraum, in dem man nur nach etwas tasten oder etwas fühlen, aber nichts sehen kann;
  • ein Raum mit richtigen Apparaten, echten Geräten und viel Papier, damit wir die Erfindungen aufschreiben können;
  • ein Kaputtraum, nur mit kaputten Dingen, weil wir sonst nichts auseinander- oder umbauen dürfen. Mit kaputten Sachen könnte man etwas ausprobieren, weil sie dann nicht nochmal kaputt gehen können;
  • ein Raum, in dem man richtig bauen kann, so dass alles hält, eine echte Baustelle, am besten im Garten, mit Arbeiterwerkzeug, Steinen und Bausand, Zement und Holz, viel Holz;
  • ich fände Zimmer wie Häuser einer ganzen Stadt gut. Statt in die Katzengruppe könnte man ins Kaufhaus, ins Tierheim oder ins Krankenhaus gehen.

Na, seid ihr gerade auch so erstaunt, wie ich, als ich die Antworten das erste Mal las? Zeigen sie uns doch einiges ganz deutlich: 1. dass sich etwas ändern muss, etwas, was wir schon länger erahnt haben und in einigen Kitas und Grundschulen bereits umgesetzt wird und 2. dass wir den Kindern vertrauen und sie mit einbeziehen können, denn sie wissen schon ganz genau, was sie zum Weltentdecken brauchen.

Wenn wir nämlich zurück blicken, prägte die Raumgestaltung (sowohl in Kitas als auch in Grundschulen) über viele Jahre hinweg ein, wir würden heute sagen traditionelles Konzept: das Konzept der Gruppen bzw. Klassenräume. Ein traditioneller Gruppenraum z.B. in einer Kita war bzw. ist noch heute mehr oder weniger einheitlich eingerichtet: eine Bauecke, eine Puppenecke, eine Bücherecke und eine Tischgruppe mit Stühlen für alle Kinder. Hinzu kommen ein einheitliches Inventar, Spielmaterialien, die nur in einem Raum bleiben durften und eine Dekoration nach dem persönlichen Geschmack der Gruppenerzieherin. Desweiteren gab es einen von jeder Erzieherin selbst geregelten Tagesablauf mit einem Wechsel von Freispiel (drinnen und draußen) und verpflichtenden Beschäftigungen, der sich an ein von der Kitaleitung vorgegebenen Tagesablauf mit festen Essen- und Schlafzeiten orientieren musste. Auch in den Grundschulen war bzw. ist es ähnlich.

Neben den Einflüssen reformpädagogischer Ansätze, wie z.B. der Pädagogik von Montessori, Freinet oder Malaguzzi (also der Reggio-Pädagogik) hat vor allem die Idee der Offenen Arbeit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts dazu beigetragen, dass ein Paradigmenwechsel bezüglich der räumlichen Strukturierung stattfand. Die Idee der Offenen Arbeit besteht nämlich darin, nicht mehr in Gruppen- bzw. Klassenräumen mit „Funktionsecken“, sondern in „Funktionsräumen“ (Werkstätten, Ateliers, Labore, …) zu arbeiten. Für eine solche Umwandlung z.B. in der Kita gibt es mehrere Begründungen, z.B.:

  • Kinder können selbst entscheiden, welche Räume und Materialien sie nutzen, sie sind also wirklich selbsttätig,
  • Kinder laufen nicht ziellos im Raum hin und her, weil sie nicht wissen was sie tun sollen, sondern beschäftigen sich intensiv in interessanten Räumen,
  • Kinder können sich besser konzentrieren, da es spezialisierte Arbeitsbereiche gibt,
  • Kinder müssen sich nicht mehr gegenseitig stören, da es im Gruppenraum oft zu Interessenkonflikten aufgrund der Enge kam,
  • Räume sind frei von Tischen und Stühlen zum Essen,
  • die Einrichtung von Kinderrestaurants führt dazu, dass vor dem Essen nicht aufgeräumt werden muss, dass nach dem Essen eine entspannte Atmosphäre herrscht und dass es mehr Platz zum Spielen gibt,
  • Kinder finden in Funktionsräumen viel von dem, was in einen bzw. in miteinander verwandte Bildungsbereiche gehört.

Die einzelnen Bildungsbereiche im Elementarbereich bzw. Unterrichtsfächer im Primarbereich bieten eine gute Orientierung für die Raumgestaltung:

  • Mathematisches, naturwissenschaftliches, technisches Grundverständnis: Forscherzimmer, Labor, Experimentierraum, Mathewerkstatt, …
  • Kommunikation, Sprache(n), Schriftsprache(n): Bibliothek, Literacy-Raum, Wortwerkstatt, Druckerei, …
  • Ästhetische Bildung (sinnliche Wahrnehmung, musische Aktivitäten, kreatives Gestalten): Bauraum, Kinderküche, Spielezimmer, Theaterwerkstatt, Musikzimmer, Kinderoper, Spiegelsaal, Atelier, (Holz-, Ton-, Filz-, Textil-, Papier-)Werkstatt, …
  • Bewegung, körperliche Aktivität: Sportpalast, Turnhalle, Bewegungsbaustelle, Matschraum, …
  • Ruhe, Entspannung, Mittagsschlaf: Snoezelraum, Schlafraum, Kuschelraum, Traumzimmer, …
  • Essen, Nahrung zubereiten: Restaurant, Cafeteria, Küche, …

Ja und genau das wissen auch unsere Kinder. Ihre Antworten weiter oben zeigen es uns! Also lasst sie uns mit einbeziehen, in die gemeinsame Planung und Gestaltung von Räumen, Konzepten und neuen Strukturen!

In den beiden nächsten Beiträgen geht es dann um MEINE Wunschräume in Kitas und Grundschulen, nämlich um Werkstätten und Ateliers und ganz speziell um das Einrichten einer Mathewerkstatt. Ihr dürft gespannt sein!

Eure Mandy Fuchs

Raum und Sinneserfahrungen

Wir Menschen sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen immerzu. Wir nehmen unsere Umwelt durch differenzierte Wahrnehmungen und durch die Auswertung von Sinnesreizen in uns auf. Nicht alles ist uns hierbei bewusst, denn viele Wahrnehmungsprozesse laufen im Unterbewusstsein ab. Auch Räume werden mit allen Sinnen wahrgenommen. Die Entwicklung von Kindern, also auch von kleinen Matheforschern, wird maßgeblich von ihrer Wahrnehmungstätigkeit geprägt. Und genau darum soll es im heutigen Blogbeitrag gehen.

Aus der Bedeutung, die die Wahrnehmung über die Sinnesorgane für generelle Erfahrungsmöglichkeiten spielt, ziehen Erziehungswissenschaftler den Schluss, dass (früh)kindliche Bildung zuallererst ästhetische Bildung ist. Ästhetik beruft sich hierbei auf den griechischen Begriff Aisthesis und bedeutet ursprünglich die Lehre von der sinnlichen Wahrnehmung. Die Bildung der Wahrnehmungserfahrung, sprich die ästhetische Bildung, ist für das spätere Leben prägend. Deshalb gibt es gute Gründe, den Kindern eine Umwelt zu bieten, die ihre Lust am Wahrnehmen unterstützt. So können Kinder zum Beispiel in Ateliers oder Werkstätten innere und äußere Bilder sammeln und gestalten und auf dieser Grundlage sowohl ihr ästhetisches als auch ihr mathematisches Denken entfalten. Ästhetisch gestaltete Räume können deshalb die kindliche Wahrnehmung anregen und Kinder auf vielfältige Weise herausfordern.

In einer Gesellschaft von heute, wo alles immer bunter, immer vielfältiger und immer kurzweiliger erscheint, ist die Gefahr der Reizüberflutung enorm groß. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass Kinder durch Räume, in denen sie sich einen Großteil ihrer Zeit aufhalten – also in Kitas, Grundschulen und zu Hause – nicht zusätzlich von Reizen überflutet werden, jedoch dennoch angemessene Anregungen ihrer Sinne erfahren, die sowohl ins Bewusstsein als auch ins Unterbewusstsein eindringen können. Eine ausgewogene Balance von den kindlichen Geist anregenden Sinnesreizen einerseits und beruhigenden sowie entspannenden Gestaltungs-elementen andererseits ist deshalb eine Aufgabe und gewiss auch Herausforderung für Pädagogen und Eltern.

„Eine sinnenreiche Umgebung regt die Wahrnehmungstätigkeit der Kinder auf positive Weise an. Akustische Reizüberflutung und optische Überreizung durch ein zuviel an Geräuschen, Farbe, Form und Material können zu Überforderung, Orientierungsverlust, Konzentrationsmangel, Hyperaktivität oder Rückzug führen. Die Kunst der Raumgestaltung besteht vor allem darin, Reizüberflutung zu vermeiden und im hohen Maße auf die sinnesfördernden Impulse ausgewählter Materialien zu setzen.“ (Franz 2012, S. 96)

Da dem Lernen mit allen Sinnen also eine enorme Bedeutung zukommt, sollen die sieben Sinne nun vorgestellt werden. Dies geschieht zwar einzeln und nacheinander, aus der Forschung weiß man jedoch, dass die Sinnessysteme zusammenarbeiten und Menschen Informationen stets über mehrere Sinneskanäle wahrnehmen (Synästhesie).

Taktile Wahrnehmung: Tast- und Spürsinn

Die Haut als größtes Spürorgan des Menschen ist gerade für sehr junge Kinder das wichtigste Kommunikations-system. Kinder spüren, wie sie angefasst, gestreichelt und gehalten werden. Sie selbst erfahren durch das eigene Betasten ihren Körper. Die spätere verbale Sprache baut auf dieser ersten Sprache, der taktilen Kommunikation auf. Durch das Tasten und Spüren mit den Händen, den Füßen oder mit dem Mund „begreifen“ kleine Matheforscher räumliche Dimensionen und können sich selbst und ihre Umwelt immer besser in Beziehung zueinander setzen. In Bezug auf die Entwicklung des mathematischen Denkens können beispielhaft folgende kindliche Wahrnehmungs- und Raumerfahrungen genannt werden:

  • vielfältige Materialeigenschaften wahrnehmen, wie z.B. weich, hart, rau, glatt, warm, kalt, kuschelig, kratzig, wellig, kantig, …
  • Wasser in verschiedenen Gefäßen umfüllen und in allen Variationen erleben,
  • Barfuß auf vielfältigen Untergründen laufen,
  • Formen und Figuren nur mit den Händen ertasten,
  • auf den Rücken gemalte Formen und Figuren bzw. geschriebene Zahlen erfühlen,
  • Längen abschreiten und mit Körpermaßen messen,
  • Gewichte mit den Händen abwiegen,
  • mit den Händen matschen, Ton formen, kleistern, malen, gestalten,
  • Erde, Sand, Steinchen und andere Naturmaterialien durch die Hände rieseln lassen.

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Kinästhetische Wahrnehmung: Bewegungs-, Kraft- und Stellungssinn

Das Wort Kinästhetik besteht aus einer Kombination der griechischen Wörter kinesis (Bewegung) und aesthesie (Wahrnehmung). Kinästhesie bedeutet die Wahrnehmung der Raum-, Zeit-, Kraft- und Spannungsverhältnisse der eigenen Bewegungen. Das kinästhetische Sinnessystem gehört neben dem Tast- und Gleichgewichtssinn zu den ersten drei funktionierenden Systemen des ungeborenen Kindes. Propriozeptoren, die für die kinästhetische Wahrnehmung zuständig sind, befinden sich im tiefer gelegenen Gewebe des gesamten Körpers, wie z.B. in Muskeln, Sehnen und Bändern. Mit ihrer Hilfe werden Reize und Informationen aus dem Körperinneren empfangen. Für die Raumgestaltung bedeutet dies, dass Kinder beim Lernen (auch von Mathematik) in Bewegung sein dürfen, denn Bewegung ist der Motor der kindlichen Entwicklung.

Vestibuläre Wahrnehmung: Gleichgewichtssinn

Für die Aufrechthaltung des Körpers und die Orientierung im Raum ist der Gleichgewichtssinn verantwortlich. Das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Innenohr.Durch diesen Sinn ist der Mensch in der Lage, Drehbewegungen und Beschleunigungen wahrzunehmen und sich darauf einzustellen. Der Gleichgewichtssinn ist das alles vereinende Bezugssystem, welches die Grundbeziehungen formt, die ein Mensch zur Schwerkraft und seiner physischen Umwelt hat. Für kleine Matheforscher sind demzufolge folgende Raumerfahrungen wichtig:

  • Hüpfspiele auf zwei Beinen und auf einem Bein,
  • schaukeln, wippen, balancieren, …
  • sich drehen bis zum Schwindligwerden,
  • einen Hang hinunter rollen,
  • auf dem Karussell immer schneller fahren.

„Ein gut ausgebildeter Gleichgewichtssinn bestimmt die Lebensqualität wesentlich, aber auch die Ausbildung des inneren Gleichgewichts ist für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung bestimmend.“ (Wilken 2003, S. 121)

Gustatorische Wahrnehmung: Geschmackssinn

Der Mund ist bei sehr jungen Kindern nicht nur Geschmacksorgan. Kleinste Matheforscher entdecken und entscheiden Sachen auch dadurch, dass sie Dinge aus ihrer Umgebung in den Mund stecken. Durch dieses starke Bedürfnis erkunden sie ihre Welt und es gelingt ihnen somit sich ein Bild von ihr zu machen. Kinder entwickeln ihren persönlichen Geschmack dadurch, dass sie ausprobieren, was sie gut oder schlecht empfinden. Der Geschmackssinn ist stark mit Gefühlen und einem komplexen Sinneseindruck vor allem bei der Nahrungsaufnahme verbunden. Deshalb ist es von Bedeutung, dass gemeinsame Rituale bei den Mahlzeiten so gestaltet werden, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen in Bezug auf das Essen, bestimmte Gerichte oder Nahrungsmittel sammeln können.

Bezogen auf die gustatorische Wahrnehmung ist es deshalb wichtig, dass besonders ganz kleine Matheforscher alles (Ungefährliche) in den Mund nehmen und erkunden dürfen. Größere Matheforscher wollen beim Zubereiten von Mahlzeiten mithelfen und nach Rezeptvorgaben kochen, backen und verkosten. Unter diesem Gesichtspunkt bekommen meine Forscherkarteien zur „Gummibärenmathematik“, zur „Smartiesmathematik“ oder auch zur „Schokoladenmathematik“ noch einmal eine ganz neue Bedeutung! Oder? Nämlich: Lernen mit allen Sinnen, heißt auch Lernen und Naschen! Und die Erfahrung: „Mathematik ist voll lecker!“

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Olfaktorische Wahrnehmung: Geruchssinn

Das für das Riechen zuständige Sinnesorgan ist die Nase. Hier werden alle Gerüche empfangen und an das Gehirn weiter geleitet. Auch Gerüche können Gefühle und Emotionslagen von Menschen beeinflussen sowie längst vergessene Erinnerungen wachrufen, denn „Die Nase ist das Gedächtnis der Vergangenheit, oft der Kindheitserinnerungen“ (Wilken 2003, S. 101). Geruchsvorlieben oder Geruchsabneigungen von Erwachsenen gehen zurück auf die olfaktorischen Sinneswahrnehmungen der frühen Kindheit. Der Geruchssinn ist bei der Geburt bereits sehr gut ausgebildet und ein Neugeborenes erkennt seine Mutter am Geruch. Der Geruchssinn eines Menschen hat Einfluss auf sein Sozial- und Bindungsverhalten. Insbesondere Kinder reagieren bei unangenehmen Gerüchen ablehnend oder bei für sie angenehmen Gerüchen sehr zugewandt anderen Menschen und natürlich auch Räumen gegenüber.

Beim Lernen mit allen Sinnen darf also geschnuppert und geschnüffelt werden, z.B. das gutriechende Holz in der Werkstatt oder den ekligen Farbgeruch bei frischen Malerarbeiten. Gummibärchen und Schokolade hingegen duften verführerisch.

Auditive Wahrnehmung: Hörsinn

Als auditive Wahrnehmung bezeichnet man die Sinneswahrnehmung von Schall. Zur Wahrnehmung des Schalls dienen Sinnesorgane, die durch Schwingungen aus der Umgebung des Menschen stimuliert werden. Das entscheidende Organ hierfür ist das Ohr. Die auditive Wahrnehmung kann nonverbal (z.B. Töne und Geräusche) oder verbal (Sprache) erfolgen. Hierbei spielt die Lautstärke (laut oder leise), die Frequenz (hoch oder tief) und auch die Dauer (lang oder kurz) von Tönen eine besondere Bedeutung.

Das Hören und der Bereich der Emotionen stehen ebenfalls in einem engen Zusammenhang, denn das Ohr und das Gefühlszentrum im Gehirn sind über Nervenfasern direkt miteinander verbunden. Durch das Hören erschließen wir Menschen also wiederum unsere Gefühlswelt. Wer gut hört, kann zudem andere verstehen, sich mit ihnen austauschen und sich im Alltag sicher bewegen.

Folgende auditive Wahrnehmungserfahrungen können das mathematische Denken besonders gut fördern:

  • Anzahlen mit einem Gegenstand auf Holz, Teppich, Fliesen oder andere Materialien klopfen,
  • beim Treppehochstampfen oder Runterspringen die Stufen zählen,
  • hinhören, aufhorchen, zuhören, lauschen,
  • still sein, flüstern, brabbeln, plappern, sprechen,
  • lange bzw. kurze (laute bzw. leise) Töne und Klänge auf einem Instrument erzeugen,
  • Tanzen, sich im Rhythmus wiegen, klatschen,
  • Sing-, Kreis-, Finger- und Tanzspiele mitmachen.

Visuelle Wahrnehmung: Sehsinn

Als visuelle Wahrnehmung wird die Aufnahme und Verarbeitung visueller Reize verstanden. Das Organ zur Aufnahme optischer Eindrücke ist das Auge. Im Gehirn werden aufgenommene Informationen weiter verarbeitet und mit Erinnerungen abgeglichen. Hierbei spielen Farben, Formen und Lichtverhältnisse eine besondere Rolle.

Besonders folgende visuell-räumlichen Wahrnehmungs-fähigkeiten werden von vielen Mathematikdidaktikern als notwendig für den Erwerb mathematischer Kompetenzen betrachtet:

  • Visuelle Differenzierung: Ähnlichkeiten und Unterschiede von Gegenständen, Formen und Figuren erkennen;
  • Figur-Grund-Wahrnehmung: aus einem komplexen Hintergrund bzw. einer Gesamtfigur eingebettete Teilfiguren erkennen und isolieren;
  • Auge-Hand-Koordination (visomotorische Koordination): das Sehen mit dem eigenen Körper oder Teilen des Körpers koordinieren;
  • Räumliche Orientierung: sich real und mental im Raum zurechtfinden, Erkennen und Beschreiben räumlicher Beziehungen, Wiedererkennen von Figuren in verschiedenen räumlichen Lagen;
  • Räumliches Operieren: Ausführen mentaler Bewegungen und Handlungen;
  • Visuelles Gedächtnis: aus dem Gedächtnis etwas nachbauen, nachlegen oder nachzeichnen.

Abschließen möchte ich meinen Beitrag mit einem Zitat:

„Kindliche Wahrnehmung zu fördern bedeutet, Kindern sinnenreiche Räume – drinnen wie draußen – zur Verfügung zu stellen und diese Umgebung so vorzubereiten, dass sie alle Sinne gleichermaßen stimuliert und zu ganzheitlicher Sinnestätigkeit anregt.“ (Franz 2012, S. 103)

Und ganz am Ende bekommst du auch heute wieder einige Anregungen für die eigene Selbstreflektion:

  • Lass dich mit verbundenen Augen und mit Ohrstöpseln barfuß durch die Kita, durch deine Schule oder durch deine Wohnung führen. Was und wie hast du dich dabei gefühlt? Gab es Räume oder Bereiche, in denen du dich gut orientieren konntest?
  • Lass dich mit verbundenen Augen bei vollem Betrieb durch alle Räume deiner Kita oder deiner Schule führen. Welche Unterschiede hast du bezüglich der Akustik bemerkt? Gibt es leise, gedämpfte, angenehme, laute, schrille, nachhallende Bereiche?
  • Lass dich mit verbundenen Augen durch alle Räume deiner Kita oder Schule führen. Welche Räume hast du am Geruch erkannt? Welche Gerüche fandest du anregend, welche abstoßend?

Sorry, dass es heute mal wieder etwas länger geworden ist. Aber ich hoffe es waren ein paar spannende Informationen bzw. Anregungen für dich dabei. Lass gerne wieder von dir hören und hinterlasse einen Kommentar.

Bis zum nächsten Mal, wenn es um den Zusammenhang zwischen Raum und Spiel geht, eure Mandy Fuchs

Literatur

Franz, Margit (2012): Raumgestaltung für die Jüngsten. In: Raum braucht das Kind: Anregende Lebenswelten für Krippe und Kindergarten. Verlag das netz, Weimar, Berlin, 2012.

Wilken, Hedwig (2003): Kursbuch Sinnesförderung. So lernen Kinder, sinnreich zu leben. Verlag Don Bosco, München, 2003

Der Raum als 3. Erzieher

Heute geht es um die Metapher „der Raum als 3. Erzieher“, bekannt aus der Reggio-Pädagogik. Sie wird gerade in der elementarpädagogischen Literatur viel zitiert und ist verschieden interpretierbar. „Ist der Raum nach den beiden hauptamtlichen Erzieherinnen in der Gruppe einer reggianischen Einrichtung der dritte Erzieher? Ist er es, weil er Eltern und Kita-Personal den Vortritt lässt oder weil er dem Kind als Selbst-Erzieher und seinen ko-konstruktiven Begleitern folgt?.“ (Knauf, Düx, Schlüter 2007, S. 140-141)

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Ich finde ein Raum (egal ob ein Gruppen- bzw. Funktionsraum in der Kita oder ob ein Klassenraum in der Schule) sollte – genauso wie erwachsene Lernbegleiter – für Kinder mehrere Aufgaben erfüllen. Einerseits sollte er den Kindern eine Atmosphäre zum Wohlfühlen und zur Geborgenheit geben und die Kommunikation innerhalb der Einrichtung stimulieren. Andererseits sollten Räume zu immer neuen Herausforderungen anregen, d.h. Ressourcen für Spiel- und Lernaktivitäten bieten und Impulse für verschiedenste Tätigkeiten der Kinder geben. Der Raum umfasst zudem mehr als nur die einzelnen Räume mit ihrer Ausstattung innerhalb der Einrichtung. Zum Raum gehört daneben auch das für Kinder so wichtige Lebensumfeld. Hierzu zählen sowohl die Natur und städtebauliche Arrangements als auch sozialräumliche Einrichtungen, wie z.B. (öffentliche) Einrichtungen (Bibliotheken, Museen, Handwerksbetriebe), benachbarte Bildungsinstitutionen (andere Kitas und Schulen) oder auch Familienzentren. Ein Raum wirkt stets pädagogisch und ist immer auch Teil des pädagogischen Konzeptes einer Einrichtung.

Nachfolgend nenne ich euch typische Merkmale von Räumen und Raumgestaltung innerhalb der Reggio-Pädagogik und ihr könnt schauen, ob ihr davon welche in eurer Einrichtung raufgreifen und umsetzen wollt und könnt:

  • Öffnung des Einrichtungsalltags nach außen zum Leben in der Stadt und zur Erwachsenenwelt durch tief heruntergezogenen Fensterflächen oder verglaste Türen, als Möglichkeiten für Aus- und Einblicke,
  • Gestaltung des Eingangsbereiches als Visitenkarte der Einrichtung, lädt zum Besuch ein und vermittelt Informationen über das Leben in der Einrichtung,
  • Entwicklung eines interaktiven und dialogischen Verhältnisses zwischen Kindern, Erwachsenen und räumlichen Ambiente, durch die Gestaltung von Treffpunkten,
  • Orientierung an den Bedürfnissen der in ihnen lebenden Kinder (z.B. Möglichkeiten zum Rückzug, für ausreichend Bewegung, zur Mitgestaltung, …).

Um die bei der Umsetzung einer neuen Lernkultur so wichtige Kindorientierung konsequent zu berück-sichtigen, werden bei Reggio verschiedene Mittel genutzt. Auch hier kannst du mal schauen, was sich in deiner Kita oder in deiner Schule umsetzen lässt:

  • Räumliche Vielgestaltigkeit: hiermit sind z.B. unterschiedlich proportionierte und unterschiedlich helle Räume, die zu verschiedenen Tätigkeiten und Aktivitäten einladen gemeint, Räume gewinnen durch die Werke der Kinder ihren spezifisch ästhetischen Charakter und werden dadurch zu Dokumenten und Spiegeln der Entwicklung der Kinder und schaffen Sprechanlässe,
  • Klare, aber nicht starre funktionale Akzentuierung der Räume: Herzstück einer reggianischen Einrichtung ist z.B. die „Piazza“, ein zentraler Platz, der zum Verweilen und zur Kommunikation aber auch zur Präsentation einlädt, er ist Treffpunkt der Generationen aber auch Spielplatz und Ausstellungsort, daneben befindet sich oft das Kinderrestaurant,
  • Ateliers: hier unterstützt eine Werkstattleiterin oder ein Werkstattleiter die Kinder beim Forschen und Entdecken sowie beim Erweitern der individuellen sinnlichen Ausdrucksmöglichkeiten („die 100 Sprachen der Kinder“).

Manche Pädagogen bzw. Erziehungswissenschaftler (z.B. von der Beek) erklären den Raum sogar zum ersten Erzieher, denn sie sehen – bezogen auf die Selbstbildungsprozesse der Kinder (also in Bezug auf ihr aktiv-entdeckendes Lernpotenzial) – unmittelbare Zusammenhänge zwischen

  • dem Bild vom aktiven und neugierigen Kind und Räumen, in denen es aktiv sein kann, sowie Materialien, in denen es Stoff zur Befriedigung seiner Neugier findet;
  • dem pädagogischen Ziel, der Individualität jedes Kindes Rechnung zu tragen, und Räumen, in denen jedes Kind täglich eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten hat;
  • Räumen und der veränderten Rolle von Lehrern und Erziehern, in der sie Lernprozesse nicht stets durch instruierende Angebote steuern müssen, sondern auf natürliche Weise begleiten können, weil die Räume und Materialien die Kinder zu intensiven Betätigungen und zum Lernen einladen;
  • der Bedeutung der Kindergruppe und einer Raumgestaltung, die Kindern ermöglicht, sich andere Kinder, den Ort, das Material und die Zeit zum Spielen und Lernen aussuchen zu können, ohne stets auf Erwachsene angewiesen zu sein;
  • dem Spiel als der zentralen Weise, in der kleine Kinder lernen, und Räumen, die ihnen entsprechende spielerische Entfaltungsmöglichkeiten geben;
  • der Förderung naturwissenschaftlicher Kompetenzen der Kinder und einem naturnah gestalteten Außengelände nebst der regelmäßigen Nutzung von Naturräumen;
  • dem leichten Zugang zum individuellen Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen sowie geeigneten Materialien, mit denen ein Kind sich selbsttätig, also zu dem Zeitpunkt und in der Weise, die zu ihm passen, auseinandersetzen kann;
  • der Erleichterung von Übergängen (z.B. von der Familie in die Kita und von der Kita in die Grundschule) wo attraktive Betätigungsmöglichkeiten den Kindern in einer Situation emotionaler Verunsicherung eine sichere materielle Basis geben, auf der sich Bindungsbeziehungen zu den Lernbegleitern entwickeln können (vgl. van der Beek 2012, S. 11).

Meines Erachtens ist es egal ob der Raum nun als erster oder dritter Erzieher gesehen oder benannt wird, eins wird doch offensichtlich: Die Bedeutung des Raumes wird aufgewertet und verstärkt. Räume haben eine besondere Wirkung auf Menschen, gehen in Beziehung mit ihnen und beeinflussen ihr Verhalten. Versteh mich aber bitte nicht falsch. Räume sind nicht wichtiger als die Menschen, die in ihnen agieren, also als die erwachsenen Lernbegleiter und auch nicht wichtiger als andere Kinder. Aber Räume sind eben auch da, wenn Lehrer oder Erzieher oder andere Lernbegleiter mal nicht da sind. Jedoch kann das enorme Potenzial eines Raumes sich nur dann voll entfalten und von den Kindern ausgeschöpft werden, wenn die Lernbegleiter es wollen, zulassen und unterstützen.

In diesem Sinne hier noch ein paar Praxistipps für dich zum direkten Umsetzen und Reflektieren:

  • Erspüre die Wirkung von Räumen. Welche Bedeutung haben Räume für dich?
  • Schau dir deinen Gruppen- oder Klassenraum (oder Räume deiner Einrichtung) an. Welche Haltung und welches Bildungsverständnis spiegeln sich wider?
  • Schau dich genau um und spüre ungenutzte räumliche Ressourcen auf.
  • Wurden die Räume deiner Einrichtung hinsichtlich der Lernthemen der Kinder und gemeinsam mit ihnen gestaltet?
  • Wie erreichst du eine angemessene Balance zwischen Anregungsreichtum und Reizüberflutung (Weniger ist mehr!)?

Ja dann bin ich wieder gespannt, was du aus meinen Impulsen machst. Ich wünsche dir eine gute Zeit und freu mich, wenn du beim nächsten Beitrag wieder dabei bist. Dann geht es um den Zusammenhang von Raum und Sinneserfahrungen. Ihr dürft gespannt sein.

Eure Mandy Fuchs