Mathematik im Alltag

Da wir in unserem Alltag (fast) überall von Mathematik umgeben sind, brauchen wir eigentlich „nur“ die mathematische Brille aufsetzen, um sie sehen zu können. Die Fotogallerie rechts am Rand kann erste Impulse geben, wo überall Mathematik in der Natur, in der Architektur, im Haus, im Straßenverkehr, im Supermarkt usw. zu entdecken ist. Oft sind es eindrucksvolle Muster, manchmal versteckte Strukturen, gelegentlich Zahlenangaben mit verschiedenen Bedeutungen oder auch Möglichkeiten, die zum Schätzen, Zählen, Messen und Vergleichen anregen. So können also auch Eltern, wenn sie mit ihren kleinen und großen Matheforschern unterwegs sind, auf eine mathematische Erkundungstour gehen. Vieles werden die Kinder viel eher als ihre erwachsenen Begleiter aufspüren und sie garantiert in herausfordernde Interaktionen verwickeln.

Beobachtungen im Alltag von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen zeigen eindrucksvoll, dass Kinder oft auf natürliche Art und Weise Mathematik betreiben. Mathematik im Alltag ist dort z.B. in vielfältigen Ritualen im Tagesablauf zu finden, nämlich:

  • im Morgenkreis die anwesenden Kinder zählen,
  • bei den Mahlzeiten den Tisch decken,
  • zu Geburtstagsfeiern Süßigkeiten verteilen,
  • vor dem gemeinsamen Kochen einkaufen gehen und mit Geld bezahlen,
  • beim Kuchenbacken die Zutaten abmessen und abwiegen,
  • beim Zähneputzen die Zeit der Sanduhr einhalten,
  • am Morgen das Datum und den Wochentag bestimmen,
  • ein Türchen im Adventskalender aufmachen,
  • beim Aufräumen Spielsachen ordnen und sortieren,
  • beim Wimmelbücheranschauen Raum-Lagebeziehungen verwenden (neben, unter, rechts von,…)
  • sich bei der Körperpflege im Spiegel beobachten,
  • beim Spaziergang Formen von Verkehrszeichen erkennen oder Naturmaterialien sammeln, zählen, und sortieren.

Die Situationen ergeben sich also im Alltag. Im engen Zusammenhang mit dem Beobachten und Dokumentieren kommt es dann darauf an, als Lernbegleiter (in Kita und Grundschule) angemessen und mathematikspezifisch darauf zu reagieren. Die Lernbegleiter sollten z.B.

  • ein Gespür für mathematische Momente entwickeln, um bestimmte Situationen als mathematisch bedeutsam erkennen zu können,
  • diese Momente im Alltag der Kinder begleiten,
  • die mathematischen Ideen der Kinder einordnen und in Äußerungen der Kinder mathematisch bedeutsame Inhalte erkennen,
  • mathematisch nachfragen und produktiv reagieren,
  • mit Kindern über mathematische Sachverhalte in einen Dialog treten und ko-konstruktive Bildungsprozesse der Kinder untereinander moderieren.

Dementsprechend können Kinder also auf vielfältige Weise für Mathematik in ihrem Alltag sensibilisiert werden und zum mathematischen „Begreifen“ ihrer Umwelt angeregt werden.

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