Archiv der Kategorie: Mathematik im Spiel

Sind Zahlenbausteine sinnvolles Material?

Warum noch ein Beitrag zu den in den Sozialen Netzwerken momentan viel diskutierten Zahlenbausteinen werdet ihr fragen? Ganz einfach: Zum einen bin ich wirklich ein echter Fan und total begeistert vom Konzept der SumBlox und zum anderen hat mich eine Anfrage erreicht, die ich sehr ernst genommen habe und die mich zum vertieften Nachdenken angeregt hat: „Halten Sie das tatsächlich für ein sinnvolles Material? Werte und Zusammenhänge werden doch nur formal abgebildet.“ Zur Erklärung: Die Anfrage kam von jemand, der mit Kindern arbeitet, die große Lernschwierigkeiten im Mathematikunterricht haben. Also möchte ich die Frage gern konkretisieren:

Sind die Zahlenbausteine ein sinnvolles Material für Kinder mit Lernschwierigkeiten in Mathematik?

Ich nehme euch also jetzt mit (egal ob ihr in der Grundschule oder in der Kita arbeitet oder ob ihr als Eltern meinem Blog folgt oder aus einem fachfremden Bereich auf den Beitrag aufmerksam geworden seid) auf meine Gedankenreise und lade euch ein, diese Frage selbst zu beantworten. Lasst uns also versuchen, ihr gemeinsam auf den Grund zu gehen.

Ein Hinweis und ein Gedanke vorweg: Der Hinweis, dass der Beitrag als Werbung zählt, muss sein. Aber ein viel wichtigerer inhaltlicher Gedanke ist folgender: Ich habe lange überlegt, welchen Begriff ich wählen sollte, Kinder mit Lernstörungen, Leistungsversagen, Schulschwierigkeiten, Leistungsstörungen, Lernbehinderung, Lernschwäche, Dyskalkulie, Rechenschwäche oder Lernschwierigkeiten. Ich habe mich dann für den letztgenannten entschieden und du erfährst auch gleich warum.

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Was sind Lernschwierigkeiten?

Hattest du auch bei einigen Wörtern Bauchschmerzen? Viele der oben genannten Begriffe sind aus meiner Sicht negativ besetzt, das heißt sie fokussieren die Defizite von Kindern und die Gefahr besteht, dass die Ursachen für ein vorhandenes Lernproblem einzig beim Kind gesucht werden. Hinzu kommt, dass manche Begriffe nur auf den schulischen Kontext gerichtet sind und wir doch eine größere Altersspanne im Blick haben sollten. Sprich im Kindergarten kann es ja noch keine Schulschwierigkeiten geben. Und überhaupt: Mathematiklernen beginnt ja nicht erst in der Schule. Also habe ich mich für „Lernschwierigkeiten in Mathematik“ entschieden. Die können sowohl in der Kita als auch in der Grundschule auftreten und ich verstehe sie als zeitweilige subjektive Hindernisse mathematische Lernanforderungen zu bewältigen. Warum? Weil es eine Schieflage zwischen den Voraussetzungen des Lernenden in seinem Lernumfeld (dazu zählen Lernbegleiter, Materialien, Methoden, …) und den zu erfüllenden momentanen Anforderungen im mathematischen Lernprozess gibt. Also irgendetwas scheint da irgendwie nicht zu passen. Lernschwierigkeiten sind für mich nicht ausschließlich Eigenschaften eines Kindes sondern geben uns die Chance den Gesamtzusammenhang des Lernprozesses in den Blick zu nehmen, sprich die jeweilige Passung von Kind, seiner Lebensgeschichte, seinen besonderen Bedürfnissen und Potenzialen, seines familiären Umfeldes , seiner Beziehung zum Lernbegleiter und der jeweiligen Lernkultur der Einrichtung und des gesamten Systems. Also ich bin der Meinung, dass erst durch eine ungenügende Berücksichtigung aller individuellen Voraussetzungen des Kindes und seines jeweiligen Lernumfeldes Schwierigkeiten im mathematischen Lernprozess auftreten können.

Warum ist Mathematiklernen manchmal schwierig?

Mathematiklernen – also die Welt der Zahlen, Formen, Muster und Strukturen verstehen – bedeutet für jeden von uns seinen ganz individuellen Prozess zu durchlaufen. Das heißt jedes Kind findet seinen eigenen Weg zur Mathematik. Es konstruiert denkend sein individuelles Verständnis mathematischer Phänomene. (Nur mal so ganz nebenbei: Wir müssen und sollten eigentlich keine „Mathematischen Fertigprodukte“ vermitteln. Unsere Aufgabe ist es, mathematische Denkprozesse in Gang zu setzen, die individuelle Vorgehensweisen von Lernenden ermöglichen. Gar keine leichte Herausforderung!) Ein charakteristisches Merkmal der Mathematik ist die „Symbolsprache“. Das heißt Symbole, wie z.B. Ziffern und Zeichen (also 3+4=7) werden als Mittel zur Darstellung und Beschreibung abstrakter Sachverhalte verwendet. Um diese Abstraktionen zu verstehen, brauchen Kinder innerhalb ihres Lernprozesses Beispiele und Bilder als Hilfen zum Verstehen. Diese werden in der Mathematikdidaktik z.B. Veranschaulichungen, Anschauungsmaterial oder Demonstrationsmittel genannt. Davon kennst du sicher einige: z.B. Legeplättchen, Perlen, den Rechenrahmen, das Hunderterfeld, das Dienes Material (Hunderterplatten, Zehnerstangen, Einerwürfel) und eben auch die SumBlox. Und sie alle sind in der Regel für Kinder nicht selbsterklärend sondern müssen gelernt und verstanden werden. Erst dann dienen sie der Übersetzung zwischen den verschiedenen Repräsentationsebenen und unterstützen das abstrakte Denken.

Hinweis am Rande: Hier auf dieser Seite habe ich übrigens viele tolle Spiele und Spielmaterialien für dich zusammengestellt und aktualisiere sie regelmäßig. Schau immer mal vorbei.

Achtung ganz wichtig!!! Die SumBlox sollen kein bisheriges Anschauungsmaterial ersetzen. Sie ergänzen die bunte Palette der Veranschauungsmöglichkeiten. Und wenn Kinder auf verschiedene Weise Mathematik lernen, dann brauchen wir eben auch verschiedene Lernmittel.

SumBlox Bausteine
Die SumBlox Bausteine haben ein enormes Potenzial zum Lernen und Begreifen von Mathematik

Sind die Zahlenbausteine nun ein sinnvolles Material?

Mit den Bausteinen von SumBlox können die Kinder die Welt der Zahlen erobern. Denn jeder Baustein repräsentiert eine Zahl und ist so hoch wie der Wert der Zahl für den er steht. (Deshalb sprechen wir hier auch immer von Zahlen und nicht von Ziffern.) Zugang zu Zahlen haben Kinder (wie du weißt) in der Regel über das Zählen, welches für die Entwicklung des Zahlbegriffs von großer Bedeutung ist. Im Sinne eines konstruktiven und ganzheitlichen Lernansatzes bestätigen aktuelle mathematikdidaktische Studien, dass sich der Zahlbegriff bei Kindern in der aktiven Auseinandersetzung mit Zahlen selbst entwickelt. Dabei vollzieht sich der zentrale Prozess der Zahlbegriffsentwicklung in der allmählichen Verbindung von Zahl-, Zähl- und Mengenwissen. Genau dies geschieht also, wenn Kinder mit den SumBlox-Bausteinen spielen und bauen. Aber Achtung! Es ist nicht selbstverständlich, dass jedes Kind sofort und ganz automatisch den Zusammenhang zwischen der abstrakten Zahl und ihrem konkreten Wert erkennt. Manche Kinder ja. Aber manche brauchen einfach auch Zeit und gute Impulse, die Zahlenbausteine kennen zu lernen und zu verstehen. Dazu ist es nötig, dass sie die „Einerbausteine“ (auch als Begriff) kennen lernen und viele Gelegenheiten bekommen, mit ihnen zu bauen und „Einerbausteine“ zu stapeln. Dabei helfen ihnen Impulse wie z.B. „Stapel einen Turm aus Einerbausteinen. Zähle deine Bausteine. Suche einen Baustein, der genauso hoch ist, wie dein Einerturm. Welche Zahl ist das?“

Kardinalität mit den SumBlox
Ein Turm aus sieben Einerbausteinen ist genauso hoch wie der Zahlenbaustein 7.

Wenn die Kinder das verstanden und verinnerlicht haben, werden sie im weiteren Spiel oft von selbst mathematische Zusammenhänge entdecken: „Cool, immer wenn ich einen 3er- (also drei Einerbausteine) und einen 4er-Stein (also vier Einerbausteine) übereinander stapel, ist der Turm genau so hoch wie ein 7er-Stein. Dann sind das ja insgesamt sieben Einerbausteine!“ Und sie werden es freudestrahlend überprüfen und diesen Turm bauen. Und allmählich gelangen sie zu der Einsicht, dass bei den Zahlenbausteinen der Wert (die Mächtigkeit) einer Zahl durch ihre Höhe repräsentiert wird und die Bausteinzahlen deshalb so verschieden groß aussehen.

Zahlenwerte mit den SumBlox
Tipp für die sprachliche Begleitung: „Drei Einerbausteien sind so hoch wie der Dreierbaustein und vier Einerbausteine sind so hoch wie der Viererbaustein.“
Gleiche Höhe gleicher Wert
Hier können mathematische Zusammenhänge entdeckt und sichtbar gemacht werden. Wichtig ist die sprachliche Begleitung, z.B.: „Sieben Einerbausteine sind genauso hoch wie ein Siebenerbaustein und auch so hoch wie ein Dreier- und Viererbaustein übereinander.“

Zwischenantwort:

Fehlen diese Erfahrungen und Einsichten, dann bleiben die Darstellungen mit den Zahlenbausteinen für das Kind oft formal und sie können kaum oder keine Zusammenhänge entdecken.

Ja und diese Erkenntnisse können uns und die Kinder zu weiteren Ideen führen. Wir könnten uns zum Beispiel auf eine Zahlenforscherreise begeben. Mitnehmen könnten wir z.B. folgende Forscherfragen: Wo finden wir überall Zahlen? Wie sehen sie aus? Welche Bedeutung haben sie? Denn Zahlen können in unserer Umwelt unterschiedliche Funktionen haben. Mit ihnen kann man z.B. Anzahlen angeben, Aufgaben rechnen oder sie zum Kodieren verwenden. (Ein Hinweis am Rande: Es gibt insgesamt 6 verschiedene Zahlaspekte: den Kardinal-, den Ordinal-, den Rechen-, den Operator-, den Maß- und den Codierungszahlaspekt. Du erinnerst dich?) Hinzu kommt, dass Zahlen unterschiedliche Schreibweisen haben können. So sehen Hausnummern oder Zahlen auf Uhren ganz verschieden aus.

Hausnummer
Hausnummern sehen sehr verschieden aus

Beim Erwerb des Zahlbegriffs ist für Kinder ein komplexer und ganzheitlicher Zugang wichtig. Dazu zählt, dass sie sich verschiedenen Schreibweisen von Zahlen anschauen. Auch die SumBlox-Zahlen haben eine besondere Form. Diese können die Kinder erkunden und sie mit anderen Zahlenformen aus der Umwelt vergleichen. Somit ergibt sich die Möglichkeit, auch auf die Unterschiede zur Schreibweise der Zahlen in der Schule einzugehen und Querverbindungen zum Ziffernschreiblehrgang zu ziehen.

Zwischenfazit:

Die Zahlenbausteine von SumBlox können als ein sinnvolles Material genutzt werden, denn sie eignen sich zur Förderung der Zahlbegriffsentwicklung und somit auch der Zahlvorstellungen bei Kindern, wenn Lernbegleiter passende und auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmte Lernumgebungen schaffen. Die Bausteine repräsentieren Zahlen als Kardinalzahl (Jede Zahl ist so groß wie ihr Wert. Ich kann einen Turm aus 6 Einerbausteinen bauen und der ist genauso hoch wie der Zahlenbaustein 6.), als Ordinalzahl (Die Zahlen können der Größe nach geordnet werden.), als Rechenzahl (Mit den Bausteinen kann man Rechenaufgaben darstellen.) und als Operatorzahl (Ziehe ich eine 5, kann ich fünfmal hüpfen, klatschen oder klopfen.). Aber natürlich gibt es auch noch viele andere Veranschaulichungsmaterialien, die die Kinder auf ihrem Weg zur Eroberung der Zahlenwelt nutzen können und sollten.

Hinweis am Rande: Es gibt auch viele wunderbare Kinderbücher, die wunderbar geeignet sind, die Welt der Mathematik zu erobern. Ich habe viele mathematische Kinderbücher für dich hier zusammengestellt.

Und sind die Zahlenbausteine nun auch für Kinder mit Lernschwierigkeiten in Mathematik geeignet?

Nun ja, du bist sicherlich zum gleichen Ergebnis gekommen wie ich, oder? Das Bauen mit den SumBlox-Bausteinen ist kein Geheimrezept zum Vorbeugen, Vermeiden oder gar Therapieren von Lernschwierigkeiten. Neben der Förderung der Zahlbegriffsentwicklung, sind die Bausteine vor allem zum Bauen und zum Spielen da. Geschaffene Bauwerke erzeugen eine innere Zufriedenheit, bereiten eine enorme Freude und stärken die Selbstwirksamkeit. Und wir Pädagogen wissen, dass das Bauen mit Bausteine ganz nebenbei das räumliche Vorstellungsvermögen, die feinmotorischen Kompetenzen, die Konzentration, die Problemlösefähigkeit und noch eine ganze Menge anderer wichtiger Kernkompetenzen fördert.

Die SumBlox-Bausteine sind also für alle Kinder sinnvoll: für Kinder die gerne bauen, für Kinder die Zahlen mögen oder noch nicht mögen. Auch für Kinder, denen es manchmal schwer fällt, sich zu konzentrieren, sind sie gut geeignet, denn die Bausteine können ihre Aufmerksamkeit fokussieren. Auch für Kinder, die ihre Merk- und Gedächtnisfähigkeit trainieren wollen. Also für alle Kinder, egal ob mit oder ohne Lernschwierigkeiten in Mathematik, denn immer wenn Kinder mit den SumBlox spielen und bauen, sammeln sie bedeutsame Erfahrungen in vielen mathematischen und für das Lernen von Mathematik wichtigen Bereichen. Und deshalb gibt es zum Schluss noch ein paar tolle Spielideen zu den SumBlox.

Spiele mit den SumBlox
Mit den SumBlox können viele tolle Spiele gespielt werden. Rabattcode matheforscher eingeben und 10€ sparen.

Spielvorschläge mit den SumBlox

  • Mehrere Zahlen sind im Fühlsäckchen. Ein Kind greift rein und beschreibt ohne die Zahl zu sehen, was es fühlt. Ein anderes Kind errät die Zahl. Ist sie richtig, darf es die Zahl behalten und eine neue Zahl beschreiben. Sieger ist, wer den höchsten Turm aus seinen Zahlen bauen kann.
  • Mehrere Holzzahlen sind im Fühlsäckchen. Ein Kind greift rein, zieht eine Zahl und klatscht die entsprechende Anzahl (den Wert der Zahl). Aus den gezogenen Zahlenbausteinen darf ein Turm gebaut werden. Das Kind mit dem höchsten (kleinsten) Turm gewinnt. Anstelle eines Fühlsäckchens kann auch ein Tuch verwendet werden, womit die Zahlen auf einem Tisch verdeckt werden. Alternativen zum Klatschen können sein: Einerbausteine legen, auf den Tisch klopfen, Töne auf einem Instrument spielen, hüpfen, Hampelmänner machen, bis zu dieser Zahl zählen, so viele Dinge im Raum suchen, usw.
  • Die SumBlox-Steine liegen in der Mitte. Die Kinder würfeln abwechselnd mit einem (oder zwei) Spielwürfel(n) und dürfen den passenden Baustein nehmen. Wer zuerst drei gleiche Zahlen (oder die Zahlen von 1 bis 6, …) nehmen konnte, hat gewonnen.
  • Alle Zahlen sind in einem blickdichten Beutel. Zwei Kinder ziehen abwechselnd eine Zahl und legen sie vor sich hin. Wer zuerst eine geordnete Reihe von fünf (drei, acht) Zahlen hat, hat gewonnen.
  • Zwei Kinder schreiben sich abwechselnd die gezogene Zahl (oder entsprechend viele Striche) auf den Rücken. Wer die Zahl errät, darf sie behalten. Am Ende baut jeder ein Bauwerk aus seinen Zahlen.
  • Mehrere Holzzahlen liegen auf dem Tisch. Die Kinder prägen sich die Zahlen ein und drehen sich um. Der Spielleiter nimmt eine Zahl weg oder legt eine Zahl dazu. Welches Kind nach dem Umdrehen zuerst die Zahl nennt, darf sie behalten.
  • Alle Mitspieler ziehen nacheinander eine Zahl. Der älteste Mitspieler beginnt eine Geschichte mit seiner Zahl und gibt sie dann an ein anderes Kind weiter, welches die Geschichte nun mit beiden Zahlen weiter erzählen darf. So entsteht reihum eine lustige Zahlengeschichte.

Und wenn du noch einmal den ersten Blogbeitrag zu den Zahlenbausteinen lesen möchtest, findest du ihn hier:

Zahlenbausteine für Matheforscher

Na dann viel Freude beim Matheforschen mit den SumBlox!

Eure Mandy Fuchs

Spiele für die Mathewerkstatt

Im Moment entstehen ja gerade die Blogbeiträge zur Einrichtung einer Mathewerkstatt (sowohl in Kitas als auch in Grundschulen). Für alle, die es jedoch nicht erwarten können, möchte ich heute schon ein paar sehr geeignete Spiele bzw. Spielmaterialien vorstellen, die nicht nur jede Mathewerkstatt bereichern, sondern auch für kleine Matheforscher zu Hause total spannend sein können.

Für kleine Matheforscher in Windeln aber auch für größere bis etwa 7 Jahre empfehle ich die bunten Bären.

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Diese Bären gibt es in drei verschiedenen Größen (und Gewichten), so dass als erstes schon ein genialer Sprechanlass gegeben ist: „Das sind ja immer kleine Bärenfamilien!“ … und schon können die Kinder in Rollenspiele „abtauchen“. Aber nicht nur das! Die 80 bunten Bären (in den vier Farben rot, gelb, grün und blau) sind ideal zur Förderung von frühen mathematischen Kompetenzen geeignet:

  • immer wieder zählen,
  • sortieren nach Farben, Größen oder Familien,
  • nach bestimmten Merkmalen ordnen oder auch
  • farbige Musterreihen nach eigenen und/oder vorgegebenen Regeln können aufgebaut werden.

Sogar für Sudokus sind sie geeignet!

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Die proportional gewichteten Bärenfiguren eigenen sich auch perfekt zum Abwiegen auf einer Spielbalkenwaage. Und dabei können die größeren Matheforscher z.B. erkennen: Zwei Babybären sind genauso schwer wie eine Mamabärin und zwei Mamabären sind so schwer wie ein Papabär, also sind vier Babybären so schwer wie ein Papabär. Genial, oder?

Mein zweiter Tipp sind die bunten Kettenglieder.

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Diese empfehle ich für Matheforscher im Alter von etwa 4 bis 10 Jahren. Denn auch sie bieten eine Reihe genialer Möglichkeiten für das Erforschen mathematischer Beziehungen. Ein ausführlich erprobtes offenes Spiel- und Lernfeld zu den bunten Ketten findet ihr im Buch: „Alle Kinder sind Matheforscher“. Hier aber mal ein paar Ideen zusammengefasst:

  • Stärkung der Feinmotorik: durch das Zusammenfügen der einzelnen Kettenglieder,
  • Musterketten bilden: durch das Zusammenstecken der Kettenglieder nach ganz bestimmten Merkmalen entstehen logische Reihenfolgen, die die Kinder erkennen, beschreiben, nachbauen und selbst bauen können,
  • Messen: die Kinder können z.B. 10er- oder 20er-Ketten herstellen und mit diesen Ketten Gegenstände im Raum oder Abstände und Wege ausmessen (z.B.: Der Tisch ist drei 10er-Ketten breit.),
  • Schätzen: die Kinder werden angeregt zu schätzen, wie lang ihre Ketten sind und wie viele Kettenglieder sie gebraucht haben (Tipp: Der „Renner“ bei meinen Kindern war und ist immer wieder das Erforschen, wie lang wohl die Kette wird, wenn alle (500!!!) Kettenglieder aus der Box zusammengesteckt werden.)
  • Rechnen: Ganz automatisch und fast nebenbei beginnen die Kinder Rechenaufgaben zu ihren Ketten zu bilden. Ein Tipp für Matheforscher im 2. Schuljahr: Die Ketten eignen sich super, um die Malfolgen und ihre Zusammenhänge darzustellen. Probiert es selbst aus und stellt die 2er-Folge (immer zwei gelb – zwei blau), die 4er-Folge (immer vier gelb – vier blau) und die 8er-Folge (immer acht gelb – aucht blau) her und hängt sie nebeneinander! Nicht schlecht, oder?

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Und mein letzter Tipp für heute: BLOKUS

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Empfohlen wird das Spiel ab 7 Jahre. Mit interessierten Matheforschern kann man es sicher auch schon früher spielen. Es ist ein Strategiespiel (auch für die ganze Familie) mit unzähligen Spielkombinationen. Jeder Spieler wählt eine Farbe und muss die Steine dieser Farbe von den Ecken des Spielbretts ausgehend ablegen. Alle gleichfarbigen Steine müssen dabei eine direkte Verbindung haben. Sie dürfen sich immer nur an den Ecken berühren – nie an den Seiten. Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler alle seine Steine abgelegt hat oder kein Spieler mehr ablegen kann. Wer die wenigsten Quadrate übrig hat, hat gewonnen! Das Strategiespiel fördert neben feinmotorischen Kompetenzen das logische Kombinieren, die Konzentration, das analytische und strategisches Denken sowie das räumliche Vorstellungsvermögen. Zum Spiel gehören ein quadratisches Spielbrett mit 400 Feldern, 84 Steine (je 21 Steine in vier Farben). Jeder der 21 Steine einer Farbe hat eine andere Form. Es gibt einen Stein mit 1 Quadrat, einen Stein mit 2 Quadraten, zwei Steine mit 3 Quadraten, fünf Steine mit 4 Quadraten und zwölf Steine mit 5 Quadraten. Somit ist das Material auch super zum weiteren Matheforschen (auch mal allein) geeignet. Zum Beispiel kann man versuchen, das Spielfeld möglichst lückenlos mit den Spielsteinen auszulegen (zu parkettieren). Dabei können kleine Matheforscher auch wieder Muster und Tricks entdecken.

So das wars für heute. Wer nicht bis zum nächsten Spieletipp warten möchte, der kann schon mal hier auf meiner Webseite (Tipps für Spiele) vorbei schauen.

Bis bald, ach ja und wer auch ein tolles mathematisches Spiel(material) empfehlen möchte, kann mir diesen Tipp gern zuschicken.

Mandy Fuchs