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Knobelkartei für kleine Matheasse

„Es wird Zeit, die vielen unterschiedlichen Begabungen wiederzuentdecken, die jedes Kind mit auf die Welt bringt und die allzu oft schon im Kleinkindalter, spätestens aber in der Schule verkümmern, bevor sie je zur Entfaltung kommen konnten.“ (Hüther & Hauser 2012, S. 185/186)

Und eine dieser Begabungen ist die für mathematische Phänomene. Es gibt Kinder, die fasziniert sind von der Welt der Mathematik, Kinder die schon lange vor der Schule mit Zahlen experimentieren, sich nicht selten das Rechnen selbst beigebracht haben und eine schier unendliche Neugier für mathematische Knobeleien und Forscherfragen aufzeigen. Ich nenne sie gern die kleinen „Matheasse“.

„Kleine Matheasse“ zeigen zum Beispiel:

  • sehr früh ausgeprägte Zahl-, Zähl- und Rechenkompetenzen,
  • eine hohe Gedächtnisfähigkeit bzgl. mathematischer Sachverhalte,
  • besondere Kompetenzen im Erkennen, Angeben und Nutzen mathematischer Strukturen,
  • eine besondere mathematische Sensibilität sowie
  • eine besondere mathematische Kreativität.

Alles das im Mathematikunterricht der Grundschule aufzugreifen, fällt bei den „ganz normalen“ täglichen Alltagsproblemen nicht immer leicht. Deshalb entwickeln wir, Friedhelm Käpnick (Universität Münster) und ich, seit vielen Jahren Aufgabenformate zur Förderung kleiner Matheasse in der Grundschule. So gibt es bereits die sehr erfolgreichen Bände „Mathe für kleine Asse“ sowohl für die Klassen 1 und 2 als auch zwei Bände für die Klassen 3 und 4.

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Als Ergänzung dazu gibt es ab sofort die Knobelkartei zur Förderung für kleine Matheasse. Sie bietet Kindern (der 3. bis 6. Klasse), die sich gern mit mathematischen Knobeleien beschäftigen, für jede Woche des Jahres ein interessantes Alltagsproblem. Die insgesamt 52 Knobelkarten werden passend zu den zwölf Monaten des Jahres konzipiert.

Zum Aufbau der Kartei:

Für jede Woche eines Monats gibt es eine passende Knobelaufgabe. Auf der Karte für die kleinen Matheasse ist auf der Vorderseite stets ein Einstimmungsbild und auf der Rückseite die Aufgabe. Auf der Karte für die Lernbegleiter sind auf der Vorderseite kurze Hinweise zum mathematischen Thema, zum Lernpotenzial sowie zu möglichen Ergänzungen der Aufgabe und auf der Rückseite eine Beispiellösung. (Tipp: Oft gibt es mehrere Lösungsmöglichkeiten.)

Hinweise für die kleinen Matheasse zur Nutzung der Knobelkartei:

  • Suche dir am Wochenanfang die passende Karte des Monats und der Woche aus (zum Beispiel in der ersten Woche im April: April: 1. Wochenknobelei).
  • Lies dir die Knobelaufgabe gut durch.
  • Überlege, was du zum Knobeln brauchst (zum Beispiel besondere Materialien, Messgeräte, einen Taschenrechner oder ein Buch).
  • Du hast eine Woche zum Lösen der Aufgabe Zeit.
  • Schreibe und male deine Lösungsideen auf (nutze auch Skizzen und Tabellen).
  • Suche dir am Freitag jemanden mit dem du die Aufgabe besprechen kannst. Vergleicht eure Lösungswege.
  • Zeige deine Lösung deiner Lehrerin oder deinem Lehrer.
  • Hake die Aufgabe auf dem Kontrollbogen_Knobelkartei ab, damit du weißt, welche Aufgaben du schon erledigt hast.
  • Stecke die fertige Karte wieder zurück in die Knobelkartei.

Tipps für kleine Matheasse:

  • Lege dir eine Mappe oder ein Heft für deine Forscherergebnisse an.
  • Oft gibt es nicht nur eine richtige Lösung sondern mehrere.
  • Wenn du eine Lösung gefunden hast, kannst du anderen Kindern beim Knobeln helfen.

Hinweise zum Einsatz der Knobelkartei:

  • Generell kann die Knobelkartei sehr flexibel und entsprechend der eigenen genutzten Methoden und Organisationsformen in einem meist offenen Unterricht eingesetzt werden.
  • Die Knobelaufgaben bieten sehr gute Möglichkeiten für mathematische Strategiediskussionen.

Zur Herstellung der Kartei:

Drucken Sie die Seiten des Dokuments doppelseitig aus und laminieren Sie jedes Blatt. Dann schneiden Sie die Blätter durch. Es gibt zu jeder Knobelaufgabe eine Karte für die Kinder und eine Karte für die Lernbegleiter. Somit entsteht eine Kartei für kleine Matheasse (erkennbar an den beiden Emojis in den oberen Ecken) und eine Kartei für den Lernbegleiter (ohne Emojis). Beide Karteien können z.B. in einem A5-Prospektaufsteller aufbewahrt und präsentiert werden.

Die aktuelle 1. Wochenknobelei zum Monat April „Eierkochen – Ein Problem!“ sowie die kostenlosen Startkarten können ab sofort bei Lehrermarktplatz downgeloadet werden.

Hinweise zur Knobelkartei bitte direkt über das Kontaktformular an mich senden!

Viel Freude und Erfolg beim Knobeln wünscht,

Mandy Fuchs

Raum: Lebensraum, Freiraum, Lernraum, Wohlfühlraum

Räume sind Aushängeschilder einer gelebten Kultur, einer Lebens- bzw. Bildungsphilosophie und spiegeln Auffassungen, Haltungen und Einstellungen der Menschen wider, die darin leben und mit Kindern ihre Zeit verbringen. Dies gilt sowohl für Kitas und Grundschulen (also pädagogische Einrichtungen) als auch für private Wohnumgebungen. Wenn Kinder spielen, lernen und sich bilden ist dies immer an spezifische Situationen und an konkrete Orte gekoppelt. Diese lassen sich auch als anregende Lernumgebungen oder materiell räumliche Lernwelten bezeichnen. In den kommenden Blogbeiträgen soll es deshalb darum gehen, wie diese Lernwelten gestaltet werden können. Zunächst wird es um die Raumgestaltung im pädagogischen Kontext gehen, was jedoch nicht ausschließt, die eine oder andere Ideen auch auf das häusliche Umfeld zu übertragen.

Was erwartet dich also demnächst hier im Blog? Es wird mehrere Beiträge mit folgenden Inhalten geben:

  • Der Raum als dritter Erzieher
  • Raum und Sinneserfahrungen
  • Der Zusammenhang von Raum und Spiel
  • Entwicklungsförderung und Raumgestaltung
  • Eine Mathewerkstatt einrichten
  • Raumkonzepte entwickeln
  • Ein Kinderzimmer für kleine Weltentdecker

Ich werde die Beiträge oft so gestalten, dass sie immer für beide Einrichtungen interessant sind: für Kitas und für Grundschulen. Die konkreten Praxisbeispiele kommen – meiner Leidenschaft geschuldet – meist aus der Welt der Mathematik, können aber leicht auf andere Fächer bzw. Bildungsbereiche übertragen werden. Ja und wer weiß, vielleicht bekommt ihr als Leser ja Lust die weiteren Beiträge mitzugestalten. Schickt mir also gern eure Ideen und auch Fotos von euren Lern- und Wohlfühlorten.

Parallel zu den einzelnen Blogbeiträgen werde ich meine bereits begonnene Materialsammlung weiterentwickeln. Schau also immer mal wieder im linken Menü unter folgenden Punkten:

Also los geht’s! Die Frage der Raumgestaltung ist aus meiner Sicht immer eine didaktische Frage und steht in einem engen Zusammenhang mit dem Bildungsverständnis derjenigen, die sie arrangieren. Das momentan aktuell diskutierte Bildungsverständnis im Elementar- und Primarbereich lässt sich durch folgende Aussagen zusammenfassend so beschreiben:

  • Bildung beginnt mit der Geburt.
  • Bildung ist ein lebenslanger eigenaktiver Prozess.
  • Bildung unterliegt inneren und äußeren Einflüssen.
  • Bildungsprozesse sind stets individuell, ganzheitlich und komplex.
  • Bildung soll sich in einer Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und Familien der Kinder vollziehen.
  • Der natürliche und sozio-kulturelle Nahraum der Einrichtung ist als Bildungsort zu verstehen, der wertvolle Lernerfahrungen für die Kinder bietet.

Dies bedeutet, dass Kindertagesstätten und Grundschulen sowie ihre jeweiligen Umgebungen zu Lern- und Bildungsorten für Kinder werden. Durch die bewusste Gestaltung und Nutzung dieser räumlichen Umwelten können erwachsene Lernbegleiter gezielt Einfluss nehmen auf individuelle und ganz verschiedene frühkindliche Entwicklungs-, Bildungs- und Lernprozesse. Denn jedes Kind lernt anders!

Raumgestaltung steht in einem unerlässlichen Zusammenhang mit pädagogischen Zielen und Prinzipien und somit immer mit der jeweiligen Konzeption der Einrichtung. Es kann demzufolge keine allgemeingültige und idealtypische Raumgestaltung geben, sondern diese unterliegt einem stetigen Wandel und bedarf der permanenten kritischen Reflexion. Dennoch lassen sich gewisse Grundprinzipien einer am Kind orientierten Raumgestaltung zusammenfassen:

  • Strukturen und Ordnung einer vorbereiteten Umgebung,
  • Nutzung des Aufforderungscharakters von Materialien,
  • Bedeutung ästhetischer Gestaltung und Präsentation und
  • Recht des Kindes auf eigenaktive Raumaneignung und –(um)gestaltung.

„Verstehen wir Bildung als Selbstbildung, so brauchen Kinder soziale Spiel- und Lerngemeinschaften sowie Erwachsene, die Selbstbildung ermöglichen, indem sie Räume dazu entsprechend vorbereiten. „Bildungsarbeit“ in Kindertageseinrichtungen bedeutet deshalb zuallererst, Kindern anregungsreiche Bildungsumwelten zur Verfügung zu stellen, in denen sie möglichst ungestört, selbstständig und mit langen Zeitfenstern an ihren Themen arbeiten und ihre Interessen verfolgen können. Diese Spiel- und Freiräume selbstentdeckenden Lernens bilden die Grundlage elementarpädagogischer Bildungsarbeit.“ (Franz, Vollmert 2012, S. 8)

Und ich behaupte, dass genau diese Sichtweise auch auf die Grundschule zu übertragen ist. Auch im Rahmen von Unterricht, der sich „entlang hangelt“ an vorgegebenen Bildungsstandards und curricularen Lerninhalten, können Lernumgebungen so gestaltet werden, dass Kinder Weltentdecker (oder eben auch kleine Matheforscher) sein dürfen. Es kommt auf die Umsetzung, also das WIE? an. Denn Voraussetzung, dass Kinder erfolgreich lernen können, ist eine Atmosphäre, in der sie sich wohl fühlen, wo jeder willkommen ist und so akzeptiert wird, wie er ist und wo Lernen „unter die Haut“ geht.

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Und noch einen Tipp habe ich für euch zum Schluss: Wenn ihr Kolleginnen und Kollegen begegnet, die ständig sagen: „Ja in der Theorie hört sich das alles ganz toll an! Aber unter unseren Bedingungen geht das überhaupt nicht umzusetzen: viel zu kleine Räume, viel zu wenig Räume, so ein altes Gebäude, kein Platz, kein Geld, zu viele Kinder und und und“, dann ladet sie ein gemeinsam mit euch und mit den Kindern trotzdem nach möglichen Lösungen zu suchen. Entwickelt gemeinsam kreative Ideen, besucht andere Einrichtungen, vernetzt euch mit Gleichgesinnten und mit Experten bzw. Interessierten aus dem Sozialraum, denn zusammen macht es vielmehr Spaß kreativ quer zu denken. Innovative Bildung braucht kreative Köpfe!

„Raum

Die bemerkenswertesten Räume sind die,

die uns vergessen lassen, dass es Mauern gibt,

deren Türen und Fenster jedem offen stehen

und deren Decken den Himmel freigeben.“

(Nadine Petri)

Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare, Fragen, Ideen und vielleicht auch Fotos. Bis zum nächsten Blogbeitrag!

Eure Mandy Fuchs

Eigenverantwortlich lernen – Wie geht das?

Du bist Mathematiklehrerin, arbeitest differenziert und setzt offene Lernmethoden ein? Du bist Mutter oder Vater eines Grundschulkindes und begleitest dein Kind oft bei der Erledigung seiner Mathematikhausaufgaben? Oder bist du ein Erzieher im Hort und betreust hier das Hausaufgabenzimmer, in dem Kinder aus verschiedenen Klassen am Nachmittag ihre Hausaufgaben erledigen? Egal aus welchen der drei Perspektiven du diesen Beitrag liest, ich habe hier für dich einen Tipp, der dein(e) Kinde(r) zu mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit beim Bearbeiten mathematischer Übungen, beim Erforschen mathematischer Probleme oder eben beim Erledigen der Mathehausaufgaben anregen kann.

Sicher kennst du Fragen wie diese: „Was ist nochmal ein Parallelogramm?“ „Wie rechnet man das schriftlich?“ „Was ist ein Geodreieck?“ „Was bedeutet ein Schaubild“ und „Wie löst man Ungleichungen?“ …, denn entweder du fühlst dich als Mathelehrerin gerade überfordert und kannst gar nicht auf alle diese Fragen eingehen, weil 26 Kinder innerhalb der Freiarbeit um dich herum wuseln oder als Papa bist du schon eine Weile aus der Schule raus. Und irgendwie hattet ihr damals ganz andere Bezeichnungen für so manchen Fachbegriff als heute. Oder im Hausaufgabenzimmer deines Hortes machen gerade 20 Kinder aus sieben verschiedenen Klassen und drei verschiedenen Schulen ihre Hausaufgaben … Gut ist es, wenn die Kinder Materialien und Rituale haben, die sie herausfordern und begleiten eigenverantwortlich und selbständig zu lernen und zu arbeiten, so wie zum Beispiel ein kindgerechtes Nachschlagewerk für Mathematik. Exemplarisch möchte ich dir jetzt ein solches vorstellen. Klicke hier einfach auf das Buch:

 

Das kleine Buch (15cm x 20cm x 1,5cm) „Grundwissen Mathematik“ bietet als Nachschlagewerk die wichtigsten Inhalte des Unterrichtsstoffs von Klasse 1 bis 4 in übersichtlicher und sehr kindgerechter Gliederung an. Dieses Mathelexikon hat 168 Seiten und 5 Kapitel, die leicht an den farbigen Balken zu erkennen sind:

  • Zahlen und Zahlbeziehungen (orange)
  • Rechnen und Rechengesetze (blau)
  • Formen und Veränderungen (grün)
  • Größen und Messen (lila)
  • Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeit (pink)

Auf den ersten zwei Seiten werden die Kinder direkt angesprochen und erfahren, wie sie mit dem Buch ganz selbständig arbeiten können. Sie lesen hier, was sie in den vier Klassen lernen und wie sie das Gelernte anwenden können. Dabei helfen ihnen drei Begleitfiguren: die pfiffige Matheforscherin Lucie, der schlaue Fuchs und ein cleverer Detektiv. Die Kinder lernen die wenigen Symbole des Buches kennen und erfahren, dass die wichtigsten Begriffe und Regeln in Merksätzen besonders eingerahmt stehen. Auch die Zuordnung des Lernstoffes zu den einzelnen Klassenstufen ist einfach gekennzeichnet. Ein besonders Tippzeichen macht die Matheforscher auf Tipps und Tricks aufmerksam.

Das Grundschullexikon für das Fach Mathematik „Grundwissen Mathematik“ eignet sich besonders für ein eigenverantwortliches und individuelles Lernen im Mathematikunterricht sowie bei den Hausaufgaben im Hort und zu Hause. Das Büchlein gibt eine wirklich kompakte Übersicht über den Lehrstoff der Grundschule, inklusive einfacher Merkhilfen sowie kreativer Aufgaben, wie z.B. Zahlenmauern und Zauberfiguren, die in den Schulen üblich sind. Darüber hinaus erfahren Kinder wie auch Erwachsene noch so manche interessante Information. Wusstest du zum Beispiel, dass es ein Urkilogramm gibt, das seit 1888 in einem Tresor des Internationalen Büros für Maß und Gewichte in der Nähe von Paris aufbewahrt wird? Es ist ein 39 mm hoher Metallzylinder, dessen Durchmesser ebenfalls 39 mm beträgt. Oder dass die Menschen früher Kaurimuscheln als Währung genutzt haben? Ist doch spannend oder?

Leser meinen zum Buch: „Für alle Eltern mit Kindern im Grundschulalter und auch noch in Klasse 5 und 6 ist das Mathelexikon echt empfehlenswert. Klein und handlich, alles Wissenswerte zusammengefasst. So werden die Hausaufgaben leichter und schneller erledigt und als Elternteil ist man auch gleich wieder auf dem neusten Stand.“

Als Ritual empfehle ich, dass die Kinder immer dann, wenn sie eine Frage haben zunächst im Register nach dem Kernbegriff der Frage nachschlagen. Dort erfahren sie dann, auf welchen Seiten sie dazu genauer nachlesen können. Am Anfang hilft es, wenn man als erwachsener Lernbegleiter die kleinen Matheforscher dabei unterstützt und sich die Informationen, die die Kinder gefunden haben, laut vorlesen lässt. Gemeinsam kann man dann die Frage mit eigenen Worten beantworten. So werden die Kinder immer sicherer im Umgang mit Nachschlagewerken und erwerben eine gewisse Methodenkompetenz.

Wenn ich euch neugierig gemacht habe, dann probiert es aus. Viel Freude beim gemeinsamen Matheforschen,

wünscht Mandy Fuchs