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Gummibärenmathematik

Du nascht so gerne Gummibären? Zugegeben ich mag sie auch sehr gern, vor allem deshalb, weil man mit ihnen so viel und so genial Mathematik erforschen kann. Glaubst du nicht? Na was meinst du, wie viele Gummibären sind in einer normalen Gummibärentüte? Und wie viele Gummibären gibt es von jeder Farbe? Ist das in allen Tüten gleich? Wie lang ist wohl die Strecke, wenn du alle Gummibären einer Tüte aneinander legst? Und wie viele Gummibären sind so schwer wie ein Kilogramm? Und in deinen Mund, wie viele Gummibären passen da wohl rein? …

Das sind nur einige der Fragen die sich meine kleinen Matheforscher aus der Grundschule und auch aus dem Kindergarten gestellt haben. Und jedes Mal bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert und begeistert, was ihnen alles zu den Gummibären einfällt. Aber nicht nur die Fragen sind spannend, sondern auch ihre eigenen Ideen zur Beantwortung. Die Kinder stellen sehr gern selbst zu Beginn Vermutungen auf. Sie hierbei zu beobachten und zum Beispiel ihre Schätzstrategien zu hinterfragen, kann so wertvoll für die weitere Forscherbegleitung und für die Entwicklung mathematischer Kompetenzen sein.

Und genau davon stecken so viele in nur einer Tüte Gummibären. Du kannst es dir noch immer nicht so richtig vorstellen? Dann schau mal hier, das sind die Mathematischen Inhaltsbereiche:

  • Zahlen und Operationen (Gummibärenanzahlen schätzen, sie zählen, vergleichen und gleichmäßig verteilen, damit rechnen, …)
  • Größen und Messen (Gummibärenschlangen messen, Gewichte von Bären ermitteln, Preis bestimmen, …)
  • Form und Veränderung (Muster legen und fortsetzen, Symmetrien erkennen, …)
  • Stochastik (Daten erfassen und in Strichlisten, Tabellen oder Diagrammen und Schaubildern darstellen, über Wahrscheinlichkeiten diskutieren, …).

Aber auch eine Menge mathematischer Prozessziele sowie mathematische Denk- und Handlungsweisen kannst du mit der Gummibärenmathematik fördern, denn sie leistet einen Beitrag

  • zur Förderung feinmotorischer Kompetenzen beim Legen der Gummibären,
  • zur Sprachförderung durch Formulieren von Forscherfragen, durch gemeinsames Kommunizieren und Präsentieren,
  • zur Förderung von Kreativität und Problemlösekompetenz sowie
  • zum Erkennen und Nutzen von Mustern und Strukturen.

Und all das ist nicht nur in der Grundschule und im Kindergarten möglich, sondern auch zu Hause. Denn auch Eltern können mit ihren Kindern Gummibären mathematisch erforschen. Das Naschen darf dabei natürlich in keinem Fall zu kurz kommen!

So, ich möchte hier heute aber gar nicht so viel mehr verraten, denn ich habe alle meine gemeinsam mit vielen Kindern und Lernbegleitern erprobten Erfahrungen zur Gummibärenmathematik in einer Forscherkartei zusammengefasst. Diese ist ab sofort bei www.lehrermarktplatz erhältlich. Es gibt dort eine Forscherkartei für kleine Matheforscher in der Grundschule, und es gibt zudem auch Forscherkarten mit Impulsen für kleine Matheforscher und ihre Lernbegleiter im Kindergarten. Alles didaktisch und methodisch aufbereitet und trotzdem mit vielen Möglichkeiten zum freien Forschen und Experimentieren.

Es ist ganz einfach: Die Seiten ausdrucken, laminieren, 8 bzw. 10 Karten zuschneiden und dann kannst du auch schon gemeinsam mit deinen Matheforschern loslegen. Alles was ihr braucht, steht auf den Forscherkarten drauf. Und diese sind immer wieder verwendbar, also kein Verbrauchsmaterial. Du musst auch keine anderen Arbeitsblätter kopieren.

Um zwei Dinge würde ich dich sehr gern bitten:

  1. Wenn du die Kartei mit deinen Kindern ausprobiert hast, wäre es für mich sehr hilfreich, wenn du mir ein Feedback gibst (kontakt@mandyfuchs.de). Was hat super gut funktioniert und was eher nicht? Welche Hinweise hast du zur Gestaltung, zum Layout, zu den Inhalten, usw.? Denn die Gummibärenmathematik ist der allererste Prototyp einer Forscherkartei, die wachsen soll. Geplant sind für beide Bereiche (Kita und Grundschule) viele weitere Themen, die du sammeln kannst. Und eigentlich entstehen so jeweils zwei Karteisammlungen: eine immer für die Lernbegleiter (die Erzieherinnen und Erzieher in der Kita und die Grundschullehrerinnen und –lehrer) und die andere natürlich für die kleinen Matheforscher (die Kinder in den Kitas und in den Grundschulen).
  2. Wenn dir die Forscherkartei so gut gefällt, dass du sie weiter empfehlen möchtest, dann solltest du ausschließlich auf www.lehrermarktplatz.de verweisen. Bitte vervielfältige sie nicht einfach für deine Kolleginnen und Kollegen! Dies ist ausdrücklich nicht gestattet!

Also ich bin schon gespannt, wie sie dir gefällt und freue mich von dir zu hören. Viel Freude bei der Gummibärenmathematik, beim Forschen und Naschen!

Beste Grüße, Mandy Fuchs

Weihnachtszeit – Zeit zum Spielen

Gerade jetzt wo die Tage eigentlich viel zu kurz erscheinen und wo es schon am Nachmittag draußen so dunkel ist, wie sonst spät am Abend, haben wir viele Möglichkeiten, es uns im Haus gemütlich zu machen. Wie wäre es, gemeinsam mit den Kindern Bücher anzuschauen, zu lesen, zu puzzeln oder zu spielen? Kinder lernen viele Dinge im Spiel und das gemeinsame Spielen von Eltern mit ihren Kindern und der Kinder untereinander ist so bedeutungsvoll, nicht nur für das Lernen von Mathematik. Durch das Spiel setzen sich Kinder auf ihre ganz eigene Weise mit der realen Welt, mit Fragen, Gedanken und Gefühlen auseinander. Das Spiel sensibilisiert ihre Wahrnehmungsfähigkeit, ihre Selbstständigkeit und ihre Selbstwirksamkeit. Und dafür gibt es so viele verschiedene Spiele: Fingerspiele, Kniereiterspiele, Bauspiele, Entdeckungs- und Wahrnehmungsspiele, Konstruktionsspiele, Spiele zum Gestalten, Bewegungsspiele, Musikspiele, Handpuppen- und Marionettenspiele, Schattenspiele, Gesellschaftsspiele, Austobespiele, Rollenspiele, Theaterspiele, Märchenspiele, Magnetspiele und auch Logik- und Denkspiele.

Was macht das Spiel so bedeutsam für die kindliche Entwicklung? Ich kann es dir sagen: Es sind die wertvollen Merkmalen des Spiels, wie z.B.:

  • die intrinsische Motivation (das Spielbedürfnis kommt vom Spielenden selbst) und der Selbstzweck des Spiels,
  • die Loslösung vom Alltag (Kinder dürfen selbst in andere Rollen schlüpfen) und das Ausleben der Fantasie,
  • die Selbstbestimmung und Selbstkontrolle der Spielenden,
  • die Beteiligung der Emotionalität (Spielen macht Spaß), je offener die Bewältigung der Spielaufgabe ist, desto größer ist der Reiz beim Spielen und somit auch die lustvolle Spannung,
  • der vorher nicht immer bekannte bzw. bestimmte Ausgang beim Spielen,
  • die Notwendigkeit von Ordnung und Sicherheit gebenden (Spiel)Regeln,
  • die Wiederholung und das Ritual im Spiel sowie
  • das Erleben von Gemeinsamkeit zwischen den Spielenden.

Und da ich ja in einem vorherigen Beitrag geschrieben habe, sich mit Mathematik zu beschäftigen kann wie ein Spiel sein (vgl. hierzu auch den Numeracy-Ansatz), möchte ich dir heute ein paar ausgewählte mathematische Spiele nicht nur für die Weihnachtszeit vorstellen, denn eins ist für mich ganz klar: Kinder dürfen mit Mathematik jederzeit spielen und sie sollen sogar die Möglichkeit erhalten, nicht nur in der Kita sondern auch in der Grundschule und zu Hause, mathematische Phänomene spielerisch zu entdecken und zu erforschen. Ich stelle euch aus allen drei Altersbereichen (Krippe, Kindergarten, Grundschule) jeweils meine drei Favoriten vor (was gar nicht so leicht war auszuwählen). Viele weitere Tipps für Spiele findest du hier.

Spiele für Matheforscher im Krippenalter

Dieses Motorikspielzeug (Manhattan Toy 200970 – Skwish Motorikschleife) gehört für mich mit zu den Highlights im Babyspielzeugbereich. Das Spielzeug aus nachwachsendem Gummibaumholz (mit wasserbasierten, ungiftigen Farben hergestellt) fasziniert schon die kleinsten Matheforscher mit seinem beweglichen Netz aus Stangen, Schnüren und Kugeln. Babys können es drücken und dehnen und begeistert zusehen, wie es langsam wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Das klassische Holzspielzeug stimuliert den Sehsinn, hilft kleinen Matheforschern bei der Entwicklung motorischer Fähigkeiten und fördert das Wahrnehmen mit allen Sinnen.

Mein eigentliches Highlight für Kinder im Krippenbereich (und darüber hinaus) ist der große Regenbogen von Grimm`s Spiel und Holz Design. Ein Kreativitätsspielzeug aus Holz, was durch seine scheinbare Einfachheit erst im und durch das Spiel kleiner Matheforscher sein ungemeines Potenzial entfaltet. Das Spiel mit dem Regenbogen fördert neben der Kreativität der Kinder auch ihre Problemlösefähigkeit, ihre Fein- und Grobmotorik, ihr räumliches Denken, Mengen- und Größenvorstellungen und vieles andere mehr.

Und meine Nummer drei sind Magnetspielzeuge, wie zum Beispiel das magnetische Konstruktionsspielzeug (z.B. von Magformers oder Supremery). Dieses moderne Bauspielzeug, bestehend aus ineinander greifenden magnetischen Kunststoff-Formen eröffnet Matheforschern ab dem Krippenalter eine Welt der Möglichkeiten für ein fantasievolles und kreatives Spielen. Es können geometrische Körpermodelle, Gebäude, Fahrzeuge oder sonstige Fantasieobjekte gebaut werden. Wenn Kinder die magnetischen Bausteine verwenden, spielen sie nicht nur, sondern entwickeln ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen weiter, wie
–        kreatives Denken,
–        Mustererkennung,
–        Feinmotorik,
–        Augen-Hand-Koordination,
–        Problemlösekompetenz,
–        Entscheidungen treffen,
–        soziale Fähigkeiten,
–        erforschen von Konzepten und Größen,
–        erfahren von Ursache und Wirkung und ihr
–        räumliches Denkvermögen.

Spiele für Matheforscher im Kindergartenalter

Mein erster Tipp sind die vielfältigen Nikitin-Materialien, z.B. die Musterwürfel. Hier werden nicht nur Wahrnehmung, Sinneserfahrung und räumliches Vorstellungsvermögen gefördert, sondern auch feinmotorische Fähigkeiten und kreatives Gestalten. Mit nur 16 Musterwürfeln haben kleine Matheforscher die Möglichkeiten, Muster zu legen, nach Vorlagen zu bauen und zu konstruieren. Jedes Kind kann seinem Lernniveau entsprechend gefördert werden und immer wieder eigene Spielideen entwickeln.

 

Mein zweiter Tipp sind zwei Klassiker: nämlich die Spiele „Vier gewinnt“ und „Tic-Tac-Toe“, allerdings in ihren jeweiligen 3-D (dreidimensionalen) Ausführungen in ansprechender Holzgestaltung. Gefordert sind bei beiden Spielen Strategie und Taktik. Gefördert werden u.a. die genaue Beobachtungsgabe, Konzentration, das logische Denken sowie das räumliche Vorstellungsvermögen. Zwei Spiele für kleine Matheforscher und interessierte Matheasse.

Philos 3133 - Viererreihe-3-D, Strategiespiel 

Auch im Kindergartenbereich habe ich einen Tipp für ein magnetisches Spielzeug: den Magnetwürfel. Wie von Geisterhand bleiben die 24 Teile „kleben“ oder eben nicht… wie geht das? Die Kinder sind immer wieder fasziniert und probieren aus. Die magnetischen Wedges führen unweigerlich zur Beschäftigung mit ihnen und zum kreativen Konstruieren. Durch die Abstraktion und Einfachheit der Bauteile sind eine Fülle von Formen und Figuren umsetzbar: Kronen, Diamanten, Fahrzeuge, Tiere, Häuser und vieles mehr. Kleine Matheforscher können frei oder nach Anleitungen bauen, was beides sehr reizvoll sein kann. Und am Ende entwickeln sie ihre eigenen Strategien, den Würfel wieder in seine ursprüngliche Gestalt zusammen zu setzen.

Spiele für Matheforscher im Grundschulalter

Mein persönliches Lieblingsspiel ist Qwirkle, Spiel des Jahres 2011! Ich liebe es und spiele es selbst sehr gern in meiner Familie. Dieses fesselnde und bereits mehrfach ausgezeichnete Kombinationsspiel setzt auf denkbar einfache Regeln und schon in wenigen Minuten hat man das Spielprinzip verstanden. Jeweils dreimal 36 haptisch sehr ansprechenden Spielsteinen aus Holz, die sich durch sechs verschiedene Symbole und Farben unterscheiden sind im Spiel. Damit bilden und erweitern die Spieler Reihen gleicher Farben oder gleicher Symbolform. Dafür gibt’s Punkte. Mal drei, mal 12, mal gar keine… Mit den Erweiterungen ergeben sich vielfältige Variationsmöglichkeiten, da die Erweiterungen untereinander kombinierbar sind. So lässt sich Qwirkle auf viele verschiedene Arten spielen.

Mein Tipp Nummer zwei in dieser Kategorie ist eigentlich auch bereits ein Klassiker: Ubongo. Jeder Spieler hat eine Legetafel und 12 Legeteile (dies sind Teile, die aus zwei, drei oder mehr Einheitsquadraten bestehen) vor sich liegen. Es wird gewürfelt und die Sanduhr umgedreht. Alle versuchen, ihre Tafel so schnell wie möglich mit den angegebenen Teilen lückenlos zu belegen. Wer dies schafft, ruft „Ubongo“ und wird mit Edelsteinen belohnt. Kleine und große Matheforscher fördern mit diesem Spiel ihr räumliches Vorstellungsvermögen ungemein.

Und mein Tipp Nr.3 ist ein Spiel für einen kleinen Matheforscher allein: Rush Hour. Zu Beginn des Knobelspiels steht der Spieler mit seinem kleinen roten Auto im Stau. Ziel ist, sich einen Weg zur Ausfahrt zu bahnen. Auf 40 verschiedene Arten ist der Wagen zu Beginn verkeilt, jede Aufgabe ist eine neue Herausforderung. Spannend wird es, weil die Ausgangssituation langsam immer kniffliger wird. Der Ehrgeiz treibt den Spieler, jeweils die nächste, etwas schwierigere Aufgabe zu knacken. Dabei legt das Gehirn den Turbogang ein und der Spieler trainiert sein strategisches Denken, sein räumliches Vorstellungsvermögen sowie das vorausschauende Sehen und Kombinieren.

Abschließend möchte ich für dich noch folgende Frage beantworten.

Nach welchen Kriterien sollte ich Spielmaterialien und Spiele auswählen?

Um die enorme Kraft des Spiels zu unterstützen, kommt der Auswahl geeigneter Spielmaterialien eine immer stärkere Bedeutung zu. Hinzu kommt, dass die Spielzeugindustrie und zahlreiche Spielsachenhersteller den Markt scheinbar „überschütten“ und mit geschickten Marketingstrategien zu manchmal unbedachten Käufen anregen. Wichtige Aspekte zur Auswahl geeigneter Dinge zum Spielen für die Kinder kann ich für dich so zusammenfassen:

  • Interesse des Kindes: Durch Beobachten erfahren erwachsene Lernbegleiter die Themen und Interessen der Kinder, nach denen sie sich bei der Anschaffung orientieren können. Diese sind immer wieder verschieden, so dass bestimmte Spielmaterialien auch innerhalb der Kita nur einmal angeschafft werden müssen und dann je nach den Bedürfnissen der Kinder „wandern“ können.
  • Alter und Fähigkeiten, Anknüpfen an Lebenserfahrungen, Alltagsbezug der Kinder: Die ausgewählten Spiele sollten sich zwar grob am jeweiligen Alter der Kinder orientieren aber vor allem auch die individuelle Kompetenzentwicklung des Kindes berücksichtigen. Es kann durchaus sein, dass ein fünfjähriges Kind bereits Schach spielen kann und deshalb ein Schachspiel und einen geeigneten Spielpartner benötigt. Viele kleine Matheforscher sind z.B. auch schon bereits im Kindergarten von Zahlen und vom Zählen begeistert, so dass sie z.B. mit vielen Ziffern aus Holz ihre Lieblingszahlen oder ihre Hausnummer oder andere für sie bedeutsame Zahlenmuster legen und es lieben viele gleiche Dinge abzuzählen.
  • Kreative, vielseitige, fortwährende Spielmöglichkeiten, Förderung von Vorstellungsvermögen: Spielzeug ist dann besonders geeignet, wenn es zu vielfältigen fantasievollen Spielideen anregt und nicht nur eingeschränkt auf eine Art oder Funktion des Spielens reduziert wird. Kinder werden schnell die Freude am Spiel verlieren, wenn das Spielzeug z.B. auf Knopfdruck nur ein Geräusch von sich gibt. Hingegen erzeugen z.B. magnetische Baumaterialien oder Baukastensysteme immer wieder neue Spielreize und fördern zudem ganz nebenbei das räumliche Vorstellungsvermögen kleiner Matheforscher.
  • Gestaltung, Farbe, Form: Kinder lieben Farben, dennoch sind diese sparsam und mit Bedacht einzusetzen. Der heutzutage sowieso reizüberfluteten Umwelt der Kinder entgegen wirkt das Kriterium „weniger ist mehr“. Das heißt Spielsachen, die weniger bunt sind, die weniger sinnlose Verzierungen oder weniger unnötige Formen aufweisen sind für Kinderhände und Kinderaugen geeigneter. Gerade z.B. schlichte Holzspielsachen bieten den Kindern vielfältige Auseinandersetzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Haltbarkeit, Lebensdauer, Sicherheit und Umweltverträglichkeit: Dies sind Kriterien, die innerhalb unserer Wegwerf- und Konsumgesellschaft nicht häufig genug betont werden können. Spielmaterialien für Kinder sollten deshalb stets für Kinderhände und Kindermünder sicher sein (frei von Schadstoffen sein, keine Verletzungsgefahr auslösen), die Umwelt nicht zusätzlich belasten (mehr aus wenig oder unbehandelten natürlichen Materialien als aus Kunststoff bestehen) und langlebig sein.

Na, konnte ich deine eigene Spiellust wieder ein wenig heraus kitzeln? Dann schau doch, ob du vielleicht das ein oder andere Spiel noch auf deinen Weihnachtswunschzettel (oder den deiner Kinder) setzen möchtest. Auf alle Fälle wünsche ich dir eine besinnliche (Vor)Weihnachtszeit, viel gemeinsame Spielzeit mit deinen Kindern und immer kreative Spielideen. Lass von dir hören!

Mandy Fuchs

Nachhilfe zu Hause – Ohne Stress und Schulbuchaufgaben!!!

Kennst du das auch? Bei den Zahlen vertauscht dein Sohnemann immer noch die Zehner und die Einer. Die Malfolgen wollen einfach nicht in den Kopf hinein. Das Zählen und Rechnen fällt deinem Kind also alles andere als leicht und du fragst dich immer öfter: Wie kann ich nur mit ihm „üben“, ohne ständig das Mathebuch auf den Tisch zu legen? Auf diese Frage möchte ich in meinem heutigen Blogbeitrag erste Antworten finden. Er richtet sich also vor allem an Eltern von Kindern im Grundschulalter.

Du weißt es eigentlich längst: Mathematik ist mehr als die Beschäftigung mit Zahlen, das Zählen und das Rechnen! Mathematik umfasst mathematische Kompetenzen, die uns Menschen (also auch den Kindern) die Möglichkeit geben, mathematische Anforderungen in alltäglichen Situationen zu bewältigen. So zum Beispiel, wenn es darum geht für die Geburtstagsfeier zu planen und einzukaufen oder das Kinderzimmer neu einzurichten und hierbei richtig auszumessen. Oder aber auch Kürbisse auszusuchen, um sie für Halloween als leuchtende Laternen vorzubereiten bzw. aus ihnen eine leckere Kürbissuppe zu kochen. Es geht also vielmehr darum, Mathematik im Alltag zu erkennen, zu verstehen und anzuwenden. Und schnell wird deutlich, dass hierbei das sture Auswendiglernen von Malfolgen oder das Eintrainieren von Rechenwegen bzw. das stundenlange Üben von Schulbuchtürmchen eher weniger hilfreich sein werden. Das Lernen und Anwenden von Mathematik im häuslichen Umfeld kann daher z.B. vor allem innerhalb von alltäglichen Ritualen im Tagesablauf oder auch im Spiel ermöglicht werden.

Das hört sich doch schon mal richtig gut an, oder? Und es wird noch besser: Zur Entwicklung des mathematischen Denkens und auch für die Förderung eines arithmetischen Verständnisses, also für erste Einsichten in unser Zahlsystem und die Rechenoperationen sind vor allem geometrische Kompetenzen eine wesentliche Voraussetzung. So tragen Alltagssituationen, wie z.B. das Aufräumen (Ordnen und Sortieren) von Spielsachen nach selbstgewählten Regeln, das bewusste Verwenden von Raum-Lagebeziehungen im alltäglichen Sprachgebrauch (Stell die Schultasche hinter den Stuhl. Du findest die Bausteine unter dem Tisch. Links von dir steht die Kiste mit den Büchern. …) oder das gemeinsame Suchen nach Mustern in der Umgebung (z.B. die Pflastersteine auf dem Fußweg, die Fensteranordnung an einem Gebäude, …) dazu bei, räumliche Vorstellungen aufzubauen. Somit können gleichzeitig auch rechnerische Zusammenhänge immer anschaulicher von deinem Kind verinnerlicht werden. Beim gemeinsamen Spielen sind vor allem Bewegungs- und Versteckspiele, Puzzel, Bau- und Legespiele, Wahrnehmungs-, Reaktions- und Strategiespiele geeignet (Hier kannst du gern mal schauen!). Das gemeinsame Durchlaufen eines Maislabyrinths bringt dem Kind demzufolge mehr, als gestresst zehn Rechenaufgaben zu lösen und bereitet noch dazu der gesamten Familie Spaß.

Auch der Umgang mit Größen und das Messen sind Erfahrungsfelder, die im Alltag von Kindern häufig eine besondere Rolle spielen und für sie von motivierendem Interesse sind. Gerade beim Vergleichen von Größen (Ich bin bestimmt größer als du. Mein Hund kann sicher schneller rennen als deiner. In mein Glas passt mindestens eine halbe Flasche Saft.) werden Kinder zum Schätzen und Messen angeregt. Und da kommen auch wieder unsere Kürbisse ins Spiel: Wie schwer ist so ein Kürbis überhaupt? Ist er schwerer als ich? Welchen Umfang hat er? Wie kann ich das messen? Somit sammeln sie Erfahrungen beim direkten Vergleich von Größenrepräsentanten und beim Messen mit willkürlichen Maßeinheiten (Fingerspanne, Fußlänge, …) und normierten Messgeräten (Maßband, Stoppuhr, Küchenwaage, Messbecher, …). Dies leistet einen entscheidenden Beitrag zur Förderung von realistischen Größenvorstellungen. Deshalb sind Alltagssituationen, wie

  • das Einkaufen (erst schätzen und danach abwiegen, wie schwer die Bananen sind) und Bezahlen (Überschlagen des Einkaufsbetrages vor der Kasse),
  • das Ablesen von Geburts- und Feiertagen am Kalender (Wie viele Tage oder Wochen dauert es noch bis …?),
  • das Lesen und Verstehen der Fernsehzeitung (An welchem Tag kommt meine Lieblingssendung? Wie lange dauert sie?),
  • der Umgang mit Plänen eines Zoos oder Museums sowie
  • das gemeinsame Kochen und Backen (Nach leckeren Kürbisrezepten natürlich!)

enorm wertvoll für die mathematische Kompetenzentwicklung. Wichtig ist hierbei jedoch das miteinander Reden und Diskutieren über mögliche Wege im Zoo oder über verschiedene Möglichkeiten des Abwiegens der Zutaten bei Rezepten. Dadurch merken Kinder, dass sie und ihre Ideen ernst genommen werden und dass man ihnen etwas zutraut.

Gemeinsame Aktivitäten von Kindern und Eltern mit mathematischem Potenzial können also sein:

  • eine Halloweenparty gemeinsam mit den Kindern planen und vorbereiten (Kürbislaternen mit Gruselgesichtern schnitzen, Kostüme aus Bettlaken herstellen, Halloweenrezepte ausprobieren, Süßigkeiten für Halloween einkaufen, über Uhrzeiten für die Party und den Gruselspaziergang sprechen, …)
  • Sand- und Wasseruhren mit Kindern bauen und Zeitexperimente durchführen
  • eine Kleiderbügelwaage bauen und mit ihr wiegen
  • Schätzspiele zu Längen, Zeiten, Gewichten und Geldwerten mit Möglichkeiten zum Sehen, Hören und Fühlen (z.B. „Wie viele ungekochte Nudeln passen wohl in die Dose? Wie schwer sind sie?“, „Wie viele Schritte sind es von unserer Haustür bis zum Auto?“, „Höre genau! Wie viele Autos fahren in fünf Minuten an unserem Haus vorbei?“, „Wie lange werden wir brauchen, um mit dem Fahrrad um den See zu fahren?“, „Wie weit ist es bis zum Supermarkt?“, …)
  • Gespräch über das Zählen mit Fragen wie z.B. „Warum zählt man?“ „Was kann man zählen?“ „Was kann man nicht zählen?“
  • Gespräch über die Bedeutung von Zahlen für den Menschen und für Kinder mit Fragen wie z.B. „Wozu dienen Zahlen?“ oder „Was wäre, wenn es keine Zahlen gebe?“
  • Zahlen in Märchen, Liedern, Geschichten und in der Umwelt erforschen und deren Bedeutungen klären

Geeignete Materialien mit mathematischem Potenzial zum Forschen und Entdecken im Alltag (vgl. hierzu auch die besonderen Materialtipps):

  • Bausteine in verschiedenen Formen und Farben
  • gemeinsam gesammelte Knöpfe, Wäscheklammern, Toilettenpapierrollen, Joghurtbecher, Schraubverschlüsse von Tetrapacks, Büroklammern, …
  • Wattestäbchen, Zettel aus der Zettelbox
  • viele bunte Scheuerschwämme
  • Verpackungsmaterialien (Eierkartons, Paletten von Überraschungseiern, …)
  • Naturmaterialien (Nüsse, Kastanien, Steine, Muscheln, Zapfen, …)
  • Spielwürfel in verschiedenen Ausführungen

Auch Spiele und Bücher mit mathematischen Inhalten sind bestens geeignet um mit seinen Kindern zu Hause gemeinsame Zeit zu verbringen. Oft ist die Mathematik dabei nur Nebensache und genau so darf es auch sein, denn die gemeinsame Freude am Miteinander und das Teilen von diesen besonderen Erlebnissen sollten stets im Vordergrund stehen.

Mathematische Lerngelegenheiten innerhalb der Familie und zu Hause sollten die Kinder also anregen, Mathematik in ihrer Welt und in ihrem Alltag zu entdecken und zu erforschen, dabei haben wertschätzende Gespräche mit Erwachsenen zu Ideen und Vorgehensweisen der Kinder eine enorme Bedeutung für die Entwicklung ihrer Selbstwirksamkeit. Alltagsmathematik wird vor allem durch Spiel, durch Nachahmung und durch Eigenaktivität angeeignet. Ganz „nebenbei“ üben Kinder dabei entsprechende Grundaufgaben und trainieren ihre mathematische Gedächtnisfähigkeit ganz ohne Buch und Stress in der Familie. Dementsprechend sollten Kinder für Mathematik in ihrem Alltag sensibilisiert werden und „Werkzeuge“ zum mathematischen „Begreifen“ ihrer Umwelt an die Hand bekommen.

Happy Halloween euch allen!

Mandy Fuchs