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Das Haus vom Nikolaus

Alle Jahre wieder ist Advent und jedes Jahr kommt am 6. Dezember der Nikolaus. Du kennst diesen Blogbeitrag vielleicht schon aus den letzten Jahren. Aber neu ist, dass ich ein tolles Material dazu erstellt habe. Ein Material mit einem Vorschlag für ein offenes Forscherangebot (für die Grundschule oder auch für die Kita), mit Forscheraufträgen, mit Kopiervorlagen, mit Lösungshinweisen. Du kannst dir das Material hier anschauen und downloaden.

Screenshot (4)

Ja und hier kannst du ganz in Ruhe noch einmal den Blogbeitrag lesen:

Wann hast du zum letzten Mal das „Haus vom Nikolaus“ gezeichnet? Erinnerst du dich noch? Du weißt schon, der Spruch lautet: „Das ist das Haus vom Nikolaus!“ und es geht darum, das Haus in einem Zug zu zeichnen, ohne den Stift abzusetzen und ohne eine Linie doppelt zu zeichnen. Na, kannst du es noch? In diesem Beitrag möchte ich mit dir erforschen, wie viel Mathematik eigentlich im „Haus vom Nikolaus“ steckt und wie du es als offenes mathematisches Spiel- und Lernfeld entweder in der Kita oder in der Grundschule einsetzen oder es einfach mit deinen kleinen Matheforschern zu Hause erforschen kannst.

Vorab für dich selbst einige Forscherfragen zum Ausprobieren:

  • Wie viele Möglichkeiten kennst und kannst du, das „Haus vom Nikolaus“ zu zeichnen?
  • Was vermutest du, wie viele Möglichkeiten es gibt, das „Haus vom Nikolaus“ in einem Zug zu zeichnen?
  • An welchen Eckpunkten kann man beginnen?
  • Was entdeckst du noch alles im „Haus vom Nikolaus“? Wie viel Mathematik steckt drin?
  • Was fällt dir ein, um mit Kindern das Nikolaushaus zu erforschen?

Ich selbst habe das Nikolaushaus schon oft in der Vorweihnachtszeit mit Kindern erforscht. Wenn du dich erinnerst, orientiere ich mich beim Einsatz offener mathematischer Spiel- und Lernfelder immer an drei Phasen: der Einstiegsphase, der Forscherphase und der Auswertungs- und Präsentationsphase. Diese grobe Gliederung gibt sowohl den Kindern als auch mir als Lernbegleiter eine gute Orientierung und einen Rahmen, in dem wir uns mit einer größtmöglichen Offenheit bewegen können, nämlich eine möglichst große Offenheit bzgl.

  • vielfältiger Ideen und Vorgehensweisen,
  • der Kreativität und der Vielfalt möglicher Entdeckungen,
  • der Wahl von Hilfsmitteln,
  • der Dokumentation und Ergebnispräsentation,
  • der Kommunikation sowie
  • der Teilnahme und Verweildauer der Kinder.

In der Einstiegsphase habe ich je nach Alter und Vorerfahrungen der Kinder entweder die Geschichte vom Sankt Nikolaus vorgelesen, erzählt oder von den Kindern erzählen lassen, das Gedächtnisspiel „In meinem Nikolausstiefel war …“ (in Anlehnung an das Spiel „Ich packe meinen Koffer…“) gespielt oder / und erste Ideen und Erfahrungen zum „Haus vom Nikolaus“ gemeinsam mit den Kindern zusammen getragen (das Haus in einem Zug zeichnen, Formen und Figuren erkennen und zählen, …).

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In der Forscherphase haben die Kinder dann die Möglichkeit bekommen, das Haus vom Nikolaus auf verschiedene Art und Weise zu entdecken und zu erkunden, wobei ich auch immer die Ideen der Kinder mit einbeziehe, z.B.:

  • das Haus in einem Zug zeichnen und dabei verschiedene Möglichkeiten finden,
  • das Haus mit verschiedenen Materialien (Formenplättchen, Zettel aus der Zettelbox, Wäscheklammern, Wollfäden, …) nachlegen bzw. bauen,
  • das Haus in verschiedenen Farben so ausmalen, dass Muster entstehen,
  • das Haus (welches auf dem Fußboden z.B. mit Kreide groß aufgemalt ist oder mit Malerkrepp aufgeklebt wurde) hüpfend erkunden,
  • das Haus zerschneiden und anschließend wieder zusammen setzen oder andere neue Figuren aus den Einzelteilen legen,
  • Spiegelexperimente am Nikolaushaus durchführen.

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In Abhängigkeit von der Vielfalt eigener Ideen kleiner Matheforscher bzw. von den Erfahrungen der Kinder im Umgang mit offenen Forscheraufgaben sollte bewusst entschieden bzw. ausgewählt werden, wie viele Materialien und Impulse den Kindern angeboten werden, damit es durch die Fülle von Möglichkeiten nicht zu Überforderungen oder auch Eingrenzungen kommt. Es ist natürlich gut möglich, das Thema über mehrere Tage auszudehnen.

Als Materialien und Hilfsmittel habe ich für die Kinder in der Regel folgendes parat:

  • verschiedengroße (auch laminierte) Vorlagen vom „Haus von Nikolaus“
  • Papier und Stifte (auch Folienstifte)
  • Klebestifte, Scheren, Kreppband (Malerkrepp)
  • verschiedenfarbige Formenplättchen (Dreiecke, Vierecke)
  • einen Taschenspiegel
  • noch andere Materialien zum Bauen des Nikolaushauses, z.B. Bausteine, Stäbchen, Wäscheklammern, …)
  • und neu: die Impulskarten (vor allem für Kinder, die noch keine eigenen Ideen entwickeln können oder wollen)

Screenshot (5)

An dieser Stelle möchte ich nochmal ganz deutlich betonen, dass das „Haus vom Nikolaus“ für Matheforscher verschiedener Altersstufen (also auch und besonders für heterogene Gruppen oder Schulklassen) und generell für Kinder mit verschiedenen Lernausgangslagen sehr gut geeignet ist. Eigentlich können Kinder ab etwa 4 Jahren damit beginnen das Nikolaushaus zu erforschen, nach oben ist keine Altersgrenze gesetzt. Das „Haus vom Nikolaus“ wächst sozusagen mit den Erfahrungen und mit den ständig wachsenden Kompetenzen der Kinder mit. Die folgenden Impulse machen dies deutlich:

  • Welche Figuren entdeckst du im „Haus vom Nikolaus“?
  • Zähle Dreiecke und Vierecke.
  • Male zwei Dreiecke so aus, dass ein großes Dreieck (ein Viereck bzw. Quadrat) entsteht.
  • Lege das Haus so mit Legefiguren, dass man die Vierecke gut sehen kann, dass Muster entstehen, …
  • Lege ein großes „Haus vom Nikolaus“ mit Legefiguren aus.
  • Welche Buchstaben verstecken sich im „Haus vom Nikolaus“? Male sie ein.
  • Hast du eine Idee, wie der Spruch weitergehen könnte? Male auch dazu.
  • Welche anderen Figuren kannst du in einem Zug zeichnen, ohne eine Linie doppelt zu verwenden?
  • Wie viele verschiedene Möglichkeiten findest du, das „Haus vom Nikolaus“ in einem Zug zu zeichnen? Welche Anzahl vermutest du? Wie kannst du deine Vermutung überprüfen? An welchen Eckpunkten kann man beginnen?

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In der Auswertungs- und Präsentationsphase stellen wir die entstandenen Forscherergebnisse vor und werte sie gemeinsam aus. Die Kinder zeigen und beschreiben dabei ihre Figuren und sprechen über ihre Entdeckungen. Haben die Kinder ihre Forscherergebnisse gelegt oder gebaut, dokumentiere ich diese immer durch Fotoaufnahmen.

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Die Entdeckungen meiner Kinder waren und sind immer sehr unterschiedlich, was du anhand der Fotos hier nur erahnen kannst. Zum Beispiel hat die 5-jährige Juli eine Tanne und einen Engel jeweils aus den 5 ausgeschnittenen Dreiecken gelegt. Hanna (auch 5 Jahre) hat viele Buchstaben (X, Z, M, W, N, Y, A, L) im Nikolaushaus entdeckt und diese eingezeichnet. Aus immer 5 gleichen (rechtwinkligen) Dreiecken entstehen drei verschieden große Häuser mit einem schönen Muster. Dies fand Tom (6 Jahre) besonders toll. Der 4-jährige Titus war von Spiegelexperimenten am „Haus vom Nikolaus“ so beeindruckt, dass er immer wieder neue Figuren mit einem Taschenspiegel erzeugt hat. Malena hat sehr konzentriert versucht, das Haus immer wieder zu zeichnen, ohne den Stift abzusetzen, was ihr auch zunehmend besser gelang. Lanis (6 Jahre) hat ohne Probleme alle 9 Dreiecke und auch die beiden Quadrate entdeckt. In Grundschulgruppen finden Kinder es meist spannend herauszufinden, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, das „Haus vom Nikolaus“ in einem Zug zu zeichnen. Es gab sogar mal einen Klassenwettbewerb. Hierbei kamen die Kinder auf die Idee, ihre gefundenen „Wege“ als Zahlencodes aufzuschreiben. Hierzu nummerierten sie die Eckpunkte des Hauses und versuchten nach einem besonderen System vorzugehen, so dass keine Lösung doppelt ist und sie auch sicher sein konnten, alle Lösungen zu finden. Das Zeichnen eines Baumdiagrammes (vgl. Mathe für kleine Asse 3/4, Band 1, S. 76) ist ebenfalls eine gute Strategie.

Hier habe ich nun einige mögliche Entdeckungen für dich zusammengefasst:

  • Im „Haus vom Nikolaus“ gibt es insgesamt 9 (rechtwinklige) Dreiecke zu entdecken: 5 kleine und 4 große Dreiecke. Die 4 großen Dreiecke sind aus je 2 kleinen Dreiecken zusammengesetzt.
  • Im „Haus vom Nikolaus“ gibt es 2 Vierecke (Quadrate), das kleinere besteht aus 2 und das größere aus 4 Dreiecken.
  • Das „Haus vom Nikolaus“ ist symmetrisch.
  • Beim Zeichnen der Figur kann man nur unten rechts und unten links beginnen. Es gibt von beiden Ecken aus jeweils 44 Möglichkeiten, also insgesamt 88 verschiedene Wege das Haus in einem Zug zu zeichnen.
  • Ein möglicher Erweiterungsspruch: „Das ist das Haus vom Nikolaus und nebenan das Haus vom Weihnachtsmann.“

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Das enorme Potenzial des offenen Spiel- und Lernfeldes zum „Haus vom Nikolaus“ liegt darin, dass zum einen bildungsbereichs- bzw. fächerübergreifende Möglichkeiten vorhanden (Sprache: Erkennen von Buchstaben, Nikolausgeschichte erzählen, …; Musik: Nikolauslieder singen; Bewegung: rhythmisches Hüpfen und Springen) und zum anderen drei mathematische Inhaltsbereiche enthalten sind, nämlich Raum und Form; Zahlen und Strukturen sowie der Bereich der Kombinatorik. Wenn sich Kinder mit dem Nikolaushaus beschäftigen, leistet dies einen Beitrag zur Förderung ihrer feinmotorischen Kompetenzen, ihrer Problemlösekompetenzen, ihrer Sprachkompetenzen und ihrer Kreativität. Sie haben zudem die Möglichkeit

  • Muster und Strukturen (das Wesen der Mathematik) zu erkennen und zu nutzen,
  • Formen und Figuren zu erkennen und zu zählen,
  • Figuren in einem Zug zu zeichnen (Eins-zu-Eins-Zuordnung und Auge-Hand-Koordination),
  • ihr räumliches Vorstellungsvermögen zu schulen sowie
  • Spiegelexperimente durchzuführen.

Soviel Mathematik steckt im Haus vom Nikolaus!

Ich wünsche dir viel Spaß und Freude mit dem Material (hier: Das Haus vom Nikolaus) und eine besinnlich schöne Adventszeit. Wie immer freue ich mich über deinen Kommentar!

Mandy Fuchs

PS: Wenn du noch Tipps für mathematische Bilderbücher oder Spiele zu Weihnachten brauchst, dann schaue einfach mal hier (für Bücher) und hier (für Spiele).

Matheforscher Onlinekurs

Matheforscher Onlinekurse – Praxisnahe Fortbildungen für GrundschullehrerInnen mit vielen sofort einsetzbaren Ideen und Materialien

„Alle Kinder sind Matheforscher“ (Einführungskurs)

Überkommt dich manchmal auch das Gefühl, dass du den Kindern deiner Klasse nicht allen gerecht werden kannst? Da gibt es zum Beispiel Ben und Lea, die nach der 5. Übungsstunde in Mathematik immer noch nicht den gerade eingeführten Rechenweg verstanden haben. Oder aber Mira und Lanis, die einfach nichts von allein machen, sondern nur auf deine Erklärungen und Anweisungen warten. Und du fragst dich: „Können oder wollen sie nicht?“ Ja und dann sind da noch Amadou und Samila, die kaum unsere deutsche Sprache verstehen. Andererseits sitzen da vorn in der ersten Reihe auch deine beiden Matheasse Liam und Lara (Ja auch in deiner Klasse!), die sich seit mehreren Stunden langweilen, weil es immer noch nicht weiter geht.

Du fühlst dich also im Mathematikunterricht häufig überfordert, weil du es deinen 27 vielfältig verschiedenen Schülerinnen und Schülern nicht allen Recht machen kannst? Zumindest was ihre Bedürfnisse in Bezug auf das Lernen von Mathematik angeht. Und immer wieder stehst du vor Fragen wie zum Beispiel: Wie soll ich es nur machen? Welches Konzept ist nun das beste? Ist es der Frontalunterricht, in dem ich kleinschrittig mit allen gemeinsam einen Rechenweg nach dem anderen gemeinsam durchgehe, es ganz genau erkläre und nach gemeinsam bearbeiteten Buch- bzw. Übungsheftseiten und ein paar differenzierten Kopiervorlagen zum nächsten Schwerpunkt übergehe? Oder ist es die Wochenplanarbeit? Hier kann ich für jedes Kind ganz individuell und differenziert einen Wochenplan erstellen, den die Kids dann in ihrem eigenen Tempo durcharbeiten. Und dann gibt es ja noch die Freiarbeit, das Stationenlernen, die Werkstätten und …. vieles andere mehr.

Ja ich weiß, so einfach ist das nicht. Und du ahnst es schon: DAS Rezept für einen individuell geprägten, innovativen kind-, kompetenz- und bedürfnisorientierten Mathematikunterricht gibt es nicht. Nur du selbst kannst für dich und deine kleinen und großen Matheforscher das für euch am besten geeignete Konzept kreieren.

Und dennoch, vielleicht fühlst du dich ja gerade jetzt angesprochen und hast Lust auf eine Fortbildung mal auf ganz andere Art und Weise. Du kennst mich vielleicht von „normalen“ Fortbildungsveranstaltungen und SCHILF-Tagen oder von meinen Accounts unter dem Usernamen „Matheforscher“ in den sozialen Netzwerken. Vielleicht hast du auch schon auf meiner Webseite gestöbert. Dann kennst du meine Philosophie bereits ein wenig. Ich behaupte ja z.B. in Anlehnung an Gerald Hüther: „Kinder sind Adler, keine Suppenhühner!“ und ich bin fest davon überzeugt „Alle Kinder sind Matheforscher“. Was genau es damit auf sich hat und wie dir dies im Matheunterricht helfen kann, würde ich gern mit dir genauer diskutieren. Wie? In einem „Matheforscher Onlinkurs“! Davon soll es in der nächsten Zeit einige geben.

Was genau erwartet dich?

Der erste Kurs zum Thema „Alle Kinder sind Matheforscher“ (Einführungskurs) soll am 13.November 2017 starten, er dauert eine Woche (also 5 Tage) bis zum 17.November und hat einen Umfang von 20 Unterrichtseinheiten. Die einzelnen Tagesthemen habe ich so für dich zusammengestellt:

Montag: Alle Kinder sind Matheforscher – Was heißt das?

Dienstag: Mathematik – Was ist das überhaupt?

Mittwoch: Forscherstunden und Forscherblätter gestalten – Wie geht das?

Donnerstag: Alltagsmathematik – Wie kann ich sie im Unterricht umsetzen?

Freitag: Spielen und Lesen im Mathematikunterricht – Was soll das?

Was werden unsere täglichen Rituale sein?

  1. Du bekommst täglich eine Powerpointpräsentation mit Fachinput.
  2. Passend dazu gibt es ein Handout mit Reflexions- und Übungsaufgaben direkt für deinen Unterricht.
  3. Du bekommst täglich ein Coaching von mir und einen Fachaustausch mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern per WhtsApp-Gruppe im Umfang von mindestens 2h täglich.
  4. Jeden Tag gibt es passend zum Tagesthema Materialien direkt zum Einsatz in deinem Mathematikunterricht.
  5. Am Freitag erhältst du dein Teilnahme-Zertifikat.

Was kostet das?

Der Kurs mit allen Materialien kostet 149,90€ (inkl. MwSt.).

ABER: Der allererste Einführungskurs (vom 13. bis 17. November 2017) wird zum absoluten Einführungspreis von 99,90€ (inkl. MwSt.) für die ersten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeboten.

Wie kannst du dich anmelden?

Ab sofort kannst du dich für den Kurs über kontakt@mandyfuchs.de oder über das Kontaktformular meiner Webseite anmelden. Für die ersten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die den Einführungspreis von 99,90€ zahlen möchten, gilt der Zeitpunkt der Anmeldung. Sobald die Anmeldung bei mir eingegangen ist, erhältst du die Rechnung. Der zu zahlende Betrag ist sofort fällig. Erst wenn dieser auf dem in der Rechnung angegebenen Konto eingegangen ist, bist du verbindlich angemeldet. Eine Rückerstattung der Kursgebühr bei Nichtteilnahme ist ausgeschlossen.

Bei Rückfragen stehe ich dir gern zur Verfügung.

Ich freue mich auf dich und auf unseren gemeinsamen Fachaustausch.

Beste Grüße, Mandy Fuchs